Medienbericht
Deutsche E-Mail-Anbieter profitieren von NSA-Affäre

Starker Zulauf bei den deutschen E-Mail-Anbieter: Nach dem US-Spionageskandal steigen die Zahl der Neuanmeldung für heimische Mail-Dienste rasant an, heißt es in einem Bericht. Die Unternehmen zeigen sich überrascht.
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HamburgDie deutschen E-Mail-Anbieter profitieren von dem Skandal um die Überwachung des Internets durch den US-Geheimdienst NSA. Innerhalb der vergangenen drei Wochen sei die Zahl der Neuanmeldungen für den E-Mail-Dienst von Freenet um 80 Prozent gestiegen, berichtete der „Spiegel“ am Sonntag vorab unter Berufung auf das Unternehmen. Freenet sei „sehr überrascht über diesen Anstieg“, sagte ein Sprecher dem Magazin.

Beim Internetkonzern 1&1, der Mutter von GMX und web.de, stieg die Zahl der Nutzer demnach um eine sechsstellige Zahl. Und auch die Deutsche-Telekom-Tochter T-Online habe „stärkeres Interesse“ vermeldet. Unklar ist allerdings, wie viele der neuen Nutzer deutscher Dienste Konten bei US-Firmen wie Yahoo oder Google aufgegeben haben.

Der frühere US-Geheimdienst-Mitarbeiter Edward Snowden hatte vor einigen Wochen enthüllt, dass die NSA umfassend das Internet überwacht. Wie stark davon deutsche Internetnutzer betroffen sind und ob US-Firmen dem Geheimdienst direkten Zugang zu ihren Servern erlaubt haben, ist bislang unklar. Deutsche Internetfirmen werben seit Beginn der Affäre mit deutschen Datenschutz-Standards.

1&1 und die Deutsche Telekom bieten ihren Kunden in einer Kooperation in Reaktion auf den Skandal seit kurzem etwas mehr Sicherheit bei E-Mails: Mails, die zwischen T-Online, GMX und web.de ausgetauscht werden, werden nun ausschließlich über verschlüsselte Verbindungen übertragen, wie sie etwa auch beim Onlinebanking üblich sind.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Medienbericht: Deutsche E-Mail-Anbieter profitieren von NSA-Affäre"

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  • Vorallem fangen United Internet(1&1, web.de, GMX) und die Telekom erst im nächsten Jahr mit der SSL-Verschlüsselung, die schon seit 2003 Standard sein sollte, erst an. Von PFS (Perfect Forward Secrecy) mal ganz zuschweigen. Deshalb bin ich schon vor ein paar Jahren zu dem deutschen Anbieter Directbox gewechselt.

  • Die Frage ist natürlich, ob man gerade beim Internetkonzern 1&1 mit seinen Adressen GMX und web.de in Sachen Ehrlichkeit gut aufgehoben ist.
    Ein Blick in die Welt der Foren zeigt, wie unzufrieden 'Kunden' von 1&1 zuweilen sind, wie lange sie auf Leistungserfüllung warten und wie eine ganze Branche - sofern man sich einen Anwalt leisten kann - von der Unzuverlässigkeit dieses Konzerns lebt.
    Auf der anderen Seite soll man über diesen Konzern seine Nachrichten versenden ? Gar noch als sichere DE-Mail ? Da passt etwas nicht zusammen.

  • "...E-Mails: Mails, die zwischen T-Online, GMX und web.de ausgetauscht werden, werden nun ausschließlich über verschlüsselte Verbindungen übertragen, wie sie etwa auch beim Onlinebanking üblich sind."

    Nun, wenn die NSA schon die "UN" geknackt hat, dann wird es wohl auch keine große Angelegenheit sein, die Sicherheitscodes bei T-Kom, GMX,web.de, zu knacken!

    Ansonsten sich bei "FreeNet" anzumelden ist absoluter Blödsinn, die zensieren schon beim Aufruf "gewisser" vielleicht politisch "unkorrekter" Seiten!

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