Medienbericht
Investor für Weltbild gefunden

Der insolvente Weltbild-Konzern hat einen Investor gefunden: Offenbar will eine Münchener Investment-Firma den Buchhändler übernehmen. Das Unternehmen soll als ganzes bestehen bleiben.
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AugsburgFür den insolventen Weltbild-Konzern ist nach wochenlanger Suche ein Investor gefunden. Die Münchner Investment-Firma Paragon werde Mehrheitsgesellschafter der insolventen Verlagsgruppe, erfuhr die Nachrichtenagentur dpa am Sonntag aus Verhandlungskreisen. Dies hatte zuvor auch „Manager Magazin Online“ berichtet.

Ziel sei es, Weltbild mit sämtlichen Betriebsteilen als ganzes fortzuführen – also auch mit dem Filialgeschäft sowie den Auslandsgesellschaften in der Schweiz und Österreich. Zusammen mit Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz solle die Sanierung des Konzerns vorangebracht und Weltbild wieder auf einen stabilen Kurs zurückgeführt werden.

Paragon verwaltet nach eigenen Angaben etwa 650 Millionen Euro Eigenkapital, unter anderem von Lebensversicherungen, Pensionskassen und Universitätsstiftungen und eigenes Kapital. Der Investor wird offenbar alle Sparten der kirchlichen Verlagsgruppe übernehmen, also nicht nur die besonders attraktiven Anteile am E-Book-Lesegerät Tolino, das Weltbild mit Hugendubel, Thalia, Bertelsmann und der Telekom erfolgreich betreibt. An den Investor gehen auch die verbleibenden 177 Filialen.

Insolvenzverwalter Geiwitz wollte am Sonntag keine Stellungnahme zur neuen Entwicklung abgeben. Allerdings kündigte er für Montag eine Mitteilung an. Am Samstag hatte bereits die „Augsburger Allgemeine“ von einem möglichen Investor für Weltbild berichtet.

Die bislang der katholischen Kirche gehörende Verlagsgruppe Weltbild hatte im vergangenen Januar Insolvenz angemeldet. Ende April war bekannt geworden, dass das Unternehmen nun fast jede vierte seiner bislang 220 Filialen schließen wird. Insgesamt 293 der rund 1300 Mitarbeiter in den Buchhandlungen werden ihre Jobs verlieren. Die Filialen hatte der Konzern früher zusammen mit der Buchhandelskette Hugendubel in einer Holding betrieben.

Im Februar war diese Kooperation beendet worden. Die Filialgesellschaft wurde wieder direkt dem Weltbild-Konzern in Augsburg angegliedert und unter ein Schutzschirmverfahren gestellt. Dies ermöglicht die Sanierung eines Unternehmens mit den aus dem Insolvenzrecht bekannten Methoden, ohne direkt einen Insolvenzantrag zu stellen. Ende April wurde das Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung vom Amtsgericht offiziell eröffnet.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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