Medienbranche
Bertelsmann will frische Milliarden für Konzernumbau

Der Chef des Gütersloher Medienkonzerns Rabe will mit Eigenkapital in Milliardenhöhe das Unternehmen auf Wachstumskurs bringen. Den Gang an die Börse beurteilen die Bertelsmann-Eigner mittlerweile jedoch skeptisch.
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FrankfurtDer Umbau des Bertelsmann-Konzerns wird teuer. Um das Unternehmen wie geplant wieder auf Wachstum zu trimmen, sei zusätzliches Eigenkapital in Milliardenhöhe nötig, sagte Bertelsmann-Chef Thomas Rabe der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ laut einer Vorabmeldung vom Donnerstag.

Der Sprung auf das Börsenparkett, den Rabe selbst im Frühjahr ins Spiel gebracht hatte, scheint bei der Eignerfamilie Mohn nicht mehr die Wunschlösung zu sein. Rabe sagte dazu, dass die Familie Herr im eigenen Haus bleiben wollen. Es gebe aber viele Optionen für eine Kapitalaufnahme. Dazu zähle auch, Teile von Tochtergesellschaften zu verkaufen. Im Geschäft mit Informationsdienstleistungen könne er sich „eine größere Akquisition“ vorstellen.

Ein mögliches Übernahmeziel bracht Rabe im Frühjahr ins Spiel: den Wissenschaftsverlag Springer Science+Business . Sein Unternehmen prüfe verschiedene Möglichkeiten für Investitionen - eine davon sei Springer Science, hatte er im April in einem Interview gesagt. Rabe, der Bertelsmann seit Anfang des Jahres leitet, kennt den Verlag gut - er sitzt im Aufsichtsrat von Springer Science+Business. Das Unternehmen gehört seit Ende 2009 mehrheitlich dem schwedischen Finanzinvestor EQT, der seinerzeit 2,3 Milliarden Euro auf den Tisch legte. Bis Anfang des Jahrtausends war der Verlag noch ein Teil von Bertelsmann.

Zu Bertelsmann gehören Europas größte Fernsehgruppe RTL, Europas größter Zeitschriften-Verlag Gruner + Jahr (G+J), der weltgrößte Buchverlag Random House und der Mediendienstleister Arvato.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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