Medienbranche
Premiere rutscht tiefer in die Krise

Der Bezahlsender Premiere ist im dritten Quartal noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht als Experten erwartet hatten. Auch der Umsatz ist zurückgegangen. Für die Zukunft baut der neue Senderchef Mark Williams auf die Übertragungsrechte der Fußball-Bundesliga. Und bis Ende dieses Jahres will Williams auch einen Überblick über die Bücher haben.

HB MÜNCHEN. Der aktuell mit mehreren Problemen kämpfende Medienkonzern grenzte allerdings seine erst Ende Oktober abgegebene Verlustprognose für das laufende Jahr etwas ein. Jetzt werde ein Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) zwischen 40 und 60 Millionen Euro erwartet, teilte das Unternehmen in München mit. Bisher hatte Premiere einen EBITDA-Verlust von bis zu 70 Millionen Euro in Aussicht gestellt.

Zudem nannte Premiere erstmals eine Umsatzerwartung. Demnach soll der Umsatz wegen der Erwartung eines starken Weihnachtsgeschäfts von 984,5 Millionen Euro im vergangenen Jahr auf mehr als 1,015 Milliarden Euro zulegen. Im dritten Quartal ging der Umsatz um 2,9 Prozent auf 244,6 Millionen Euro zurück. Der Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) habe 27,2 Millionen Euro nach einem Gewinn von 22,0 Millionen Euro betragen. Unter dem Strich musste das Unternehmen einen Verlust von 89,1 Millionen Euro nach einem leichten Gewinn im Vorjahr verkraften. Damit schnitt Premiere noch schlechter ab als befragte Analysten erwartet hatten.

Der neue Chef des Bezahlsenders Premiere, Mark Williams, baut auf einen Zuschlag für seinen Sender im Wettlauf um die Übertragungsrechte an der Fußball-Bundesliga. Er sei sehr zuversichtlich, dass Premiere das Rennen machen werde, sagte Williams in München. Das Vermarktungsmodell der Deutschen Fußball Liga (DFL) biete einige Vorteile. Der von seinen Amts-Vorgängern bekämpfte Erhalt der Sportschau im frei empfangbaren Fernsehen sei kein Problem. "Wir können und müssen mit der Sportschau leben." Zu Einzelheiten machte Williams noch keine Angaben.

Die DFL hatte die Rechte Ende Oktober selbst ausgeschrieben, nachdem die ursprünglich geplante Vermarktung über den Medienunternehmer Leo Kirch am Widerstand des Bundeskartellamtes gescheitert war. Angeboten werden insgesamt 37 Rechte-Pakete, um die sich 39 Medien-Unternehmen bewerben. Die DFL erhofft sich dadurch Einnahmen in Höhe von mindestens 410 Mio. Euro pro Saison. Allen Modellen liegt ein neuer Regelspieltag für die Bundesliga zugrunde. Er umfasst ein Freitag-Spiel um 20.30 Uhr, fünf Samstag-Spiele um 15.30 Uhr, eine Samstag-Partie um 18.30 Uhr sowie zwei Sonntag-Begegnungen um 15.30 Uhr und 17.30 Uhr.

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