Medienbranche
Pro Sieben Sat 1 und RTL müssen kämpfen

Beide großen deutschen TV-Gruppen haben ihre Quartalszahlen vorgelegt. Und deutlicher hätte diese kaum belegen können, wie es derzeit um die beiden Häuser steht: Während RTL dem schwachen Werbemarkt trotzt und seinen Gewinn steigert, muss Pro Sieben Sat.1 einen herben Verlust hinnehmen. Und das macht auch RTL erheblich Sorgen.

DÜSSELDORF. Die größte deutsche Sendergruppe, Pro Sieben Sat 1, hat angesichts der schwierigen Werbekonjunktur ihre Gewinnprognose gestrichen. Der Konzern hatte in diesem Jahr bereits seine Umsatz- und Gewinnprognose zweimal nach unten korrigiert. Zuletzt sollte das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) dieses Jahr noch 670 bis 700 Mio. Euro erreichen.

Davon ist nun keine Rede mehr. Der Konzern wollte gestern weder für 2008 noch für 2009 eine Prognose abgeben. „2009 wird ein herausforderndes, sehr schwieriges Jahr werden“, sagte Konzernchef Guillaume de Posch gestern zur Begründung. „Wir werden eine weitere Abschwächung der europäische Werbemärkte sehen“, sagte auch COO Patrick Tillieux.

Die Sparanstrengungen will der Konzern unterdessen verstärken. Bereits in den nächsten Wochen soll eine endgültige Entscheidung über neue Sparmaßnahmen wie den Umzug von Sat 1 aus Berlin nach Unterföhring fallen. „Der Umzug des Familiensenders Sat 1 ist intern umstritten. Für den heutigen Freitag ist eine Demonstration in Berlin gegen die Sparmaßnahme angekündigt.

Die Handlungsspielraum für den scheidenden CEO de Posch ist klein. Im vergangenen Quartal hat die sich abschwächende Konjunktur deutliche Bremsspuren in der Bilanz hinterlassen. Der Umsatz in den vergangenen drei Monaten sank um 3,3 Prozent auf knapp 647 Mio. Euro. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) ging um über 17 Prozent auf 103 Mio. Euro zurück.

Die Sendergruppe stöhnt unter einem riesigen Schuldenberg. Ende September lag er bei 3,8 Mrd. Euro. Nach Angaben von Finanzvorstand Axel Salzmann müssen jährlich zwischen 250 bis 260 Mio. Euro Zinsen gezahlt werden. Die Aussichten den Schuldenberg schnell abzutragen, sind gering.

Denn die Verkäufe von Unternehmensteilen sind angesichts der Krise auf dem Finanzmarkt schwierig. So blies Pro Sieben Sat 1 die Veräußerung der niederländischen TV-Zeitschrift „Veronica“ ab. Ein Verkauf des skandinavischen Bezahlsenders C More soll hingegen noch im vierten Quartal über die Bühne gehen. Der Verkauf soll mehr als 320 Mio. Euro in die Kasse spülen.

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