Medienbranche
US-Regulierer erleichtert Fusionen

In den USA wurde ein Jahrzehnte alte Regelung gekippt, die Zusammenschlüsse in der Medienbranche beschränkte. Die betroffenen Konzerne strecken nun ihre Fühler aus. Die Demokraten toben.
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WashingtonIn den USA gibt es künftig weniger Hindernisse für Zusammenschlüsse in der Medienbranche. Die Rundfunkaufsichtsbehörde FCC kippte in der Nacht zum Freitag unter anderem die 42 Jahre alte Regelung, dass ein Medienkonzern nicht gleichzeitig eine Zeitung und einen TV-Sender besitzen darf. Zudem stimmten die Regulierer etwa dafür, dass ein Konzern zusätzliche Fernsehsender in ein- und demselben Markt erwerben darf und damit eine stärkere Stellung einnehmen kann.

Bei den Demokraten stieß die Entscheidung der von Republikanern dominierten Behörde umgehend auf Kritik. „Hier geht es darum, großen Medienkonzernen zu helfen, noch größer zu werden“, sagte das demokratische FCC-Mitglied Mignon Clyburn. Den Republikanern sei mehr daran gelegen, die Weihnachtswünsche der Branche zu erfüllen, anstatt das öffentliche Interesse zu berücksichtigen. FCC-Chef Ajit Pai erklärte hingegen, es sei „völliger Unfug“, dass die Regelungen angesichts der massiven Umbrüche in der Medienbranche so lange in Kraft gewesen seien.

Die Entscheidung der Federal Communications Commission (FCC) eröffnet Großkonzernen der Branche neue Expansionsmöglichkeiten: Tegna, CBS Corp und Nexstar hatten bereits angekündigt, nach einer Neuregelung die Augen offenzuhalten. Auch der Fernsehsender Sinclair könnte nun grünes Licht für den milliardenschweren Kauf seines Rivalen Tribune Media erhalten, ohne zuvor Firmenanteile verkaufen zu müssen.

Der US-Medienmarkt befindet sich in Bewegung, auch Kabel- und Telekom-Unternehmen drängen mehr und mehr dorthin. Im TV-Sektor hat sich der Wettbewerb durch Streaming-Dienste wie von Netflix und Amazon verschärft.

Der Kabelbetreiber und Medienkonzern Comcast und der Mobilfunker Verizon Communications haben Insidern zufolge Interesse an einem Kauf von Teilen des – zum Imperium von Medienmogul Rupert Murdoch gehörenden – Film- und Fernsehkonzerns Twenty-First Century Fox signalisiert. Es handle sich um dieselben Unternehmensteile, an denen auch Disney interessiert sei, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag von zwei mit der Sache vertrauten Personen. Medienberichten zufolge will Disney große Teile von Fox übernehmen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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