Medienbranche US-Regulierer erleichtert Fusionen

In den USA wurde ein Jahrzehnte alte Regelung gekippt, die Zusammenschlüsse in der Medienbranche beschränkte. Die betroffenen Konzerne strecken nun ihre Fühler aus. Die Demokraten toben.
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Einige Medienunternehmen haben ein Auge auf Anteile des Film- und Fernsehkonzerns geworfen. Quelle: Reuters
Twenty-First Century Fox

Einige Medienunternehmen haben ein Auge auf Anteile des Film- und Fernsehkonzerns geworfen.

(Foto: Reuters)

WashingtonIn den USA gibt es künftig weniger Hindernisse für Zusammenschlüsse in der Medienbranche. Die Rundfunkaufsichtsbehörde FCC kippte in der Nacht zum Freitag unter anderem die 42 Jahre alte Regelung, dass ein Medienkonzern nicht gleichzeitig eine Zeitung und einen TV-Sender besitzen darf. Zudem stimmten die Regulierer etwa dafür, dass ein Konzern zusätzliche Fernsehsender in ein- und demselben Markt erwerben darf und damit eine stärkere Stellung einnehmen kann.

Bei den Demokraten stieß die Entscheidung der von Republikanern dominierten Behörde umgehend auf Kritik. „Hier geht es darum, großen Medienkonzernen zu helfen, noch größer zu werden“, sagte das demokratische FCC-Mitglied Mignon Clyburn. Den Republikanern sei mehr daran gelegen, die Weihnachtswünsche der Branche zu erfüllen, anstatt das öffentliche Interesse zu berücksichtigen. FCC-Chef Ajit Pai erklärte hingegen, es sei „völliger Unfug“, dass die Regelungen angesichts der massiven Umbrüche in der Medienbranche so lange in Kraft gewesen seien.

Die Entscheidung der Federal Communications Commission (FCC) eröffnet Großkonzernen der Branche neue Expansionsmöglichkeiten: Tegna, CBS Corp und Nexstar hatten bereits angekündigt, nach einer Neuregelung die Augen offenzuhalten. Auch der Fernsehsender Sinclair könnte nun grünes Licht für den milliardenschweren Kauf seines Rivalen Tribune Media erhalten, ohne zuvor Firmenanteile verkaufen zu müssen.

Die größten Medienkonzerne der Welt
Keine Chance für die deutschen Medienkonzerne
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Die größten Medienkonzerne der Welt haben ihren Firmensitz fast ausnahmslos in ein und demselben Land – und es ist nicht Deutschland. Wie ein Ranking des Instituts für Medien- und Kommunikationspolitik zeigt, liegen die deutschen Konzerne aus der Medienbranche abgeschlagen auf den hinteren Plätzen. Am besten schlägt sich da noch der Bertelsmann Konzern aus Gütersloh: Mit knapp 17 Milliarden Euro Jahresumsatz schafft es Bertelsmann auf Platz 15, im Vorjahr lag er noch vier Plätze weiter vorne. Das zweitstärkste deutsche Unternehmen ist der öffentlich-rechtliche Senderverbund ARD auf Platz 30, die Unternehmensgruppe ProsiebenSat.1 folgt auf Rang 48.

Platz 10: Altice Group
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Auf Platz zehn liegt noch nicht das Land, das das Ranking um die größten Medienunternehmen der Welt eigentlich dominiert. Hier liegt in diesem Jahr die niederländische Altice Group. Der börsennotierte Konzern hatte 2016 einen jährlichen Umsatz von 23,5 Milliarden Euro nachweisen können. Damit ist die Altice Group der einzige europäische Vertreter unter den zehn größten Medienunternehmen der Welt.

Platz 9: Facebook Inc.
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Wie erwartet gehört das Imperium um Mark Zuckerberg zu den weltweit größten Medienkonzernen – allerdings nur auf Platz neun im Ranking. Das Unternehmen, dem das soziale Netzwerk Facebook, die Videoplattform Instagram und den Messenger WhatsApp gehört, ist jedoch nur das amerikanische Schlusslicht im Ranking. Und das trotz eines Jahresumsatzes von 25 Milliarden Euro in 2016. Noch mehr Umsatz erzielen konnten fast nur andere amerikanische Firmen. Mit einer Ausnahme auf Platz acht...

Platz 8: Sony Entertainment
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... denn auf Platz acht liegt ein Unternehmen aus Japan – Sony Entertainment. Der Player in der Unterhaltungselektronik konnte im vergangenen Jahr 25,9 Milliarden Euro umsetzen. Für noch mehr Umsatz sorgten 2016 ansonsten nur noch US-amerikanische Firmen.

Platz 7: Charter Communications Inc.
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Charter Communications ist einer der größten Kabelbetreiber der USA. Im Jahr 2016 machte das Unternehmen Schlagzeilen mit der Übernahme von Time Warner Cable. Etwa 25 Staaten versorgt er mit Video-, Daten-, interaktiven und privaten Netzwerkdiensten. 26,2 Milliarden Euro konnte der Konzern 2016 umsetzen. Das macht ihn zum siebtgrößten Medienunternehmen der Welt. Platz sechs hält nur einen vergleichsweise geringen Vorsprung.

Platz 6: Time Warner Inc.
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Der Verkäufer ist trotzdem noch größer: Time Warner steht hinter dem Film- und Fernsehstudio Warner Bros., hinter dem Kürzel seiner Aktie „TWX“ und hinter dem Originalverlag der Superheldencomics Superman und Batman. Der internationale Konzern mit Hauptsitz im New York ist das sechstgrößte Medienunternehmen der Welt. Im vergangenen Jahr konnte Time Warner eine stolze Summe von 26,5 Milliarden Euro Umsatz nennen.

Platz 5: News Corp. & 21st Century Fox
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Es sind zwar mittlerweile zwei eigenständige Firmen, dennoch gehören sie zusammen: Der Zeitungs- und Buchverlag „News Corp.“ und der Film- und Fernsehkonzern „21st Century Fox“. Beide gehören zum Medienreich der amerikanischen Unternehmer Rupert und James Murdoch. Gemeinsam konnten die beiden Unternehmen im Jahr 2016 einen Umsatz von 32,2 Milliarden Euro erzielen und belegen somit Rang fünf im Ranking. Flagschiff des Verlags ist wohl das „Wall Street Journal“, zu „21st Century Fox“ gehört der Fernsehsender „Fox News“´, Amerikas kommerziell erfolgreichstes Nachrichtenprogramm.

Der US-Medienmarkt befindet sich in Bewegung, auch Kabel- und Telekom-Unternehmen drängen mehr und mehr dorthin. Im TV-Sektor hat sich der Wettbewerb durch Streaming-Dienste wie von Netflix und Amazon verschärft.

Der Kabelbetreiber und Medienkonzern Comcast und der Mobilfunker Verizon Communications haben Insidern zufolge Interesse an einem Kauf von Teilen des – zum Imperium von Medienmogul Rupert Murdoch gehörenden – Film- und Fernsehkonzerns Twenty-First Century Fox signalisiert. Es handle sich um dieselben Unternehmensteile, an denen auch Disney interessiert sei, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag von zwei mit der Sache vertrauten Personen. Medienberichten zufolge will Disney große Teile von Fox übernehmen.

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