Medienhaus
Axel Springer plant Umwandlung in Holding

Das Medienhaus Axel Springer plant einen grundlegenden Umbau. Unter dem Dach einer Holding sollen Unternehmensteile mehr Flexibilität bekommen. Verdi warnt bereits vor einer Tarifflucht.
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BerlinDer Berliner Medien- und Verlagskonzern Axel Springer will sich in eine Holding umwandeln. „Es ist richtig, dass wir grundsätzlich über verschiedene Formen der Ausgründung nachdenken“, sagte ein Springer-Sprecher am Freitag. „Wann und wie eine Umsetzung stattfinden könnte, ist noch nicht entschieden.“ Der Mediendienst „newsroom.de“ hatte berichtet, Springer-Chef Mathias Döpfner habe auf einer Veranstaltung mit Betriebsräten über die Pläne gesprochen, Geschäftsbereiche in selbstständige Einheiten auszugliedern. Die Axel Springer AG würde sich dann nur noch als Dachgesellschaft um die Kontrolle und Finanzierung der einzelnen Töchter kümmern.

Durch die Ausgründungen wäre es leichter, Druck auf die Führung der einzelnen Gesellschaften auszuüben, Tarifverträge auszuschalten und Einsparungen voranzutreiben sowie einzelne Töchter abzuspalten oder zu verkaufen. Die Gewerkschaft Verdi forderte Springer umgehend auf, die Beschäftigten aller Bereiche tarifvertraglich abzusichern. „Hinter der glänzenden Fassade des digital ausgerichteten Medienunternehmens liegt allzu oft der dunkle Hinterhof niedriger Gehälter, Druck auf die Beschäftigten und Arbeitsplatzabbau“, sagte der Vizevorsitzende Frank Werneke.

Springer hat bereits mehrere Unternehmensteile in eigenständige Gesellschaften ausgegliedert, etwa die „Computer Bild“-Gruppe. Weitere Verkäufe von Unternehmensteilen soll es laut Döpfner aber nicht mehr geben. Im Zuge der beschleunigten Digitalisierung will sich Springer von den Regionalzeitungen „Berliner Morgenpost“ und „Hamburger Abendblatt“ sowie von der TV-Zeitschrift „Hörzu“ trennen und sich auf die Flaggschiffe „Bild“ und „Welt“ konzentrieren. Die traditionsreichen Blätter sollen für 920 Millionen Euro an die Funke-Mediengruppe („WAZ“) verkauft werden. Die Transaktion wird derzeit vom Kartellamt geprüft. Beide Konzerne wollen in diesem Zusammenhang zwei Gemeinschaftsfirmen gründen.

Axel Springer gehört mehrheitlich der Verlagserbin Friede Springer, die direkt mit 5,0 Prozent beteiligt ist und über die Axel Springer Gesellschaft für Publizistik, die 51,5 Prozent an dem Unternehmen hält. In Döpfners Besitz befinden sich 3,3 Prozent, der Rest in Streubesitz.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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