Der Medien-Kommissar
Ex-ZDF-Chef verfängt sich in Freunderlwirtschaft

Es riecht nach Vetternwirtschaft: Der ehemalige ZDF-Intendant Markus Schächter bescheinigt der österreichischen Sendergruppe ORF ein „exzellentes Programm“ – und tut damit einem alten Freund einen Gefallen.
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Markus Schächter hat viel Zeit. Der ehemalige ZDF-Intendant ist seit seinem Rückzug vom Mainzer Lerchenberg nicht ausgelastet. Ein eigens für ihn gegründeter Lehrstuhl für Medienethik an der Münchner Hochschule für Philosophie füllt den 64-Jährigen nicht 100-prozentig aus. So bleibt dem Pensionär des öffentlich-rechtlichen Rundfunks noch Zeit für den einen oder anderen Auftrag – zum Beispiel bei den geschätzten Freunden des ORF.

Zur österreichischen Rundfunkanstalt und deren Chef, Generaldirektor Alexander Wrabetz, pflegt Schächter seit vielen Jahren ein enges Verhältnis. Man kennt und schätzt sich aus unzähligen Begegnungen und gemeinsamen Projekten nicht zuletzt über den Dreiländersender 3Sat. Schächter war und ist immer gerne Wien. Die Freundschaft zum ORF zahlt sich nun für ihn aus.

Ausgerechnet der ehemalige ZDF-Intendant wurde vom ORF als angeblich unabhängiger und unvoreingenommener Sachverständiger beauftragt, die Programmqualität zu prüfen und dem Aufsichtsgremium, in Österreich Stiftungsrat genannt, anschließend darüber Rechenschaft abzulegen. Schächter Forschungsergebnis nach getaner Arbeit klingen wie bestellte Wahrheiten: „Das Gesamtprogramm ist überzeugend!“ Der ORF erfülle die gesetzlichen Qualitätsanforderungen im vergangenen Jahr „in vollem Umfang“, so die Quintessenz seines Gutachtens zum Wohl des Gebührenzahlers.

Dieses Beispiel medialer Selbstbefruchtung ist überraschend. Der im März 2012 ausgeschiedene ZDF-Intendant legte in seiner zehnjährigen Amtszeit immer großen Wert darauf, dass sein Sender nicht in den Geruch von Vetternwirtschaft kommt. Umso erstaunlicher ist es, dass ein Intendant und tiefgläubiger Katholik, der ausgerechnet Medienethik jungen Studenten eintrichtern soll, einen derartigen moralisch heiklen Auftrag überhaupt annimmt.

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  • Ist ja wie beim Deutschen Bestatterverband, die erfinden für sich selbst auch Berufe (Funeral Master, Bestattermeister) und legen sämtliche Regeln und Richtlinien dazu selbst fest.

    So ein Wisch an der Wand kostet ein paar Tausender und soll beim Kunden Eindruck schinden (den man dann beim Kauf einer Kiefernkiste mitblecht).
    Dann kommen die noch mit ihrem Gelaber von Ethik, Moral und Berufsethos. Werden dann auch als "Experten" von den Öffis zum Thema "Bestattungskultur" in Deutschland hinzugezogen.



  • Wer sich lange Zeit aus einem per "Gesetz" garantiertem "Umsatz-Einnahmetopf" finanziell bedienen konnte, ist es wahrscheinlich einfach gewöhnt.

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