Der Medien-Kommissar
Langweiliges Staatsfernsehen mit Jauch

In seinem letzten ARD-Talk führt Günther Jauch im Gespräch mit Finanzminister Schäuble sein eigenes Scheitern nochmals vor. Selbst auf dem Balkan wird mittlerweile frischeres Fernsehen gemacht.
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Selbst der geduldige Finanzminister langweilt sich beim letzten Polittalk von Günther Jauch in der ARD. „Immer dieselben Fragen“, stöhnt Wolfgang Schäuble in der Livesendung am Sonntagabend im Ersten. Damit spricht der CDU-Politiker Millionen von Zuschauern aus dem Herzen. Denn brav spult Günther Jauch die von seinen Redakteuren zusammen getragenen Fragen ab – CDU-Spendenaffäre, Verhältnis zu Helmut Kohl, Revolte gegen Angela Merkel, Flüchtlingskrise et cetera.

Da gibt es keine intellektuellen Überraschungen, kein hartes Nachfragen oder gar neue politische Einsichten. Selbst in den von Medienfreiheit nicht verwöhnten Balkan-Länder sind Polit-Talks frecher, frischer und freier als die Sonntagsrunde mit Jauch.

Zum selbst gewählten Ende seiner Talkrunde nach dem „Tatort“ im Ersten führt Jauch sein ganzes Dilemma des TV-Formats vor. Er präsentiert langweiliges Staatsfernsehen. Nicht dem Zuschauer, sondern den Granden der ARD und deren Aufseher in der Politik will er es bis zum Schluss recht machen. Es war es mehr als eine Fußnote, dass beim Videoclip zur Bambi-Verleihung an Schäuble unter den über tausend Gästen der vom Ersten übertragenen Gala des Burda-Konzerns ausgerechnet der ARD-Chef und NDR-Intendant Lutz Marmor eingeblendet wurde.

Gerade mit dem Interviewgast Wolfgang Schäuble hätte Jauch die Möglichkeit gehabt, nochmals einen bemerkenswerten Schlusspunkt zu setzen. Denn der CDU-Politiker ist derzeit Teil der Demontage von Kanzlerin Merkel. Loyalität in herausfordernden Momenten wie der Flüchtlingskrise sieht anders aus. Doch immer, wenn es heikel wird, kneift Jauch bei den Fragen.

Schäuble hat seinen Monolog, unterbrochen von Jauchs vorhersehbarem Fragenkatalog, ohnehin als mediales Heimspiel betrachtet. Die ARD begreift der Politiker aus dem badischen Offenburg als Heimatsender. Schließlich ist seine Tochter seit 2012 Chefin Christine Strobl der mächtigen ARD-Tochter Degeto, die vor Jahren durch Misswirtschaft bundesweit bekannt wurde. Strobl ist wiederum Ehefrau von Thomas Strobl, mächtiger Chef der CDU in Baden-Württemberg.

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Langweiliges Staatsfernsehen mit Jauch

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Für Jauch war die Sendung eine Goldgrube

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  • Sehe ich genauso. Talkshows dienen nur zur Belustigung der geistigen Unterschicht. So langweilig kann es mir gar nicht sein, dass ich mir so etwas antun würde. Da lese ich lieber ein gutes Buch in der Zeit. Sollten viel mehr Menschen genau so machen. Dann hätten wir mehr intelligente Menschen und dadurch weniger Volkskammer-Einheitsparteien-Wähler in unserem Land.

  • Und die Märchen vom gekauften oder manipulierten Publikum sind doch ebenso lächerlich. So etwas behaupten Phobiker oder Menschen, die es besser wissen und andere tatsächlich manipulieren wollen.
    Damit meine ich wohlgemerkt nicht Sie in Bezug auf unseren Dialog. Ansonsten kenne ich Sie und Ihre Kommentare nicht so, dass ich mir eine Einschätzung erlauben könnte. Bei Herrn Hofmann sieht das dagegen anders aus.

  • Das ist mir bekannt Herr Falk.
    Ihnen ist aber auch bekannt, dass die Redaktionen sich NICHT rein reden lassen?

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