Der Medien-Kommissar
Mal schnell Europa retten

Die Bertelsmann Stiftung ist das Lieblingsspielzeug von Matriarchin Liz Mohn. Nun geben die Gütersloher zusammen mit einem österreichischen Ex-Regierungschef Bundeskanzlerin Merkel und ihren Kollegen gute Ratschläge.
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Eine schönere Kulisse, um Europa zu retten, gibt es an einem sonnigen Sommerwochenende kaum. Im Mozarteum am malerischen Mirabellgarten mitten in Salzburg lädt die Bertelsmann-Matriarchin Liz Mohn zusammen mit dem ehemaligen österreichischen Bundeskanzler Wolfgang Schüssel zum sogenannten Salzburger Trilog ein. Das intime Treffen mit 30 Politikern, Vorstandschefs und Wissenschaftlern ist ein unausgesprochenes Weltrettungskommando. Denn im pittoresken Rahmen der fein herausgeputzten Festspielstadt an der Salzach stand in diesem Jahr das Thema „Dealing with Neighbors: Fighting a Ring of Fire oder Building a Ring of Friends“. Der Titel der eintägigen Tagung lieferte sozusagen die Antwort gleich mit.

Wolfgang Schüssel, der einst international Karriere durch seine Koalition mit der rechtspopulistischen Haider-Partei FPÖ gemacht hatte, steht bei Liz Mohn seit Jahren hoch im Kurs. Der frühere Bundeskanzler ist im Gegensatz zu seiner Heimat in Gütersloh sehr beliebt.

Der Politiker, der als Kanzler das „Mascherl“, sprich Fliege, zu seinem Erkennungszeichen machte, ist der Milliardärin aus Ostwestfalen eng verbunden. „Wolfl“ nennt Liz Mohn den früheren konservativen Regierungschef aus Wien vertrauensselig. Schüssel war es auch, der den Diskurs in Salzburg auch in diesem Jahr wieder moderierte. Seit 2004 finanziert die Bertelsmann-Stiftung die von Schüssel gegründete Konferenz.

Am Tisch im Mozarteum war eine illustre Runde versammelt. Dazu zählten RWE-Chef Peter Terium, Pascal Lamy, früher Chef der Welthandelsorganisation WTO und EU-Kommissar, die ehemalige luxemburgische EU-Kommissarin Viviane Reding und Sung-Joo Kim, Chefin des Handtaschenherstellers MCM. Eine handverlesene Journalistenschar von der „Neuen Westfälischen“ aus Bielefeld bis zur „Tiroler Landeszeitung“ aus Innsbruck wurde für die Berichterstattung aus dem Mozarteum ausgewählt. „Wir werden nicht nur alle unsere grauen Zellen, sondern genauso unsere Sinne und Emotionen brauchen, um die Komplexität heutiger Fragestellung zu erfassen“, mahnte der ehemalige ÖVP-Chef Schüssel bereits im Vorfeld.

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