Der Medien-Kommissar
Springer goes America

Springer-Chef Matthias Döpfner stellt seinen Vertrauten Jens Müffelmann an die Spitze des US-Geschäfts. Der „Bild“-Konzern könnte durch Zukäufe zwischen New York und Palo Alto bald deutlich amerikanischer werden.
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Die anglophone Wirtschaftswelt hat es Matthias Döpfner seit langem angetan. Der Vorstandschef des Medienkonzerns Axel Springer sitzt seit vielen Jahren im Aufsichtsrat von Time Warner und verfügt über ein exzellentes Netzwerk zwischen London und New York. In seiner fast 14-jährigen Tätigkeit an der Spitze des „Bild“-Konzerns unternahm er immer wieder Versuche, in der englischsprachigen Medienwelt stärker Fuß zu machen. Einst machte Döpfner den heute längst vergessenen Versuch, den „Daily Telegraph“ erwerben. Zuletzt bemühte er sich um die „Financial Times“ – beides misslang.

Nun wird Jens Müffelmann, bislang COO Marketing & Classifieds Division bei Springer, in die große, weite Medienwelt geschickt, um das internationale Geschäft nach vorne zu bringen. Der 48-Jährige ist seit anderthalb Jahrzehnten einer der engsten Vertrauten Döpfners.

Müffelmann soll insbesondere das US-Geschäft ausbauen. Im Auftrag des MDax-Unternehmens soll er Zukaufmöglichkeiten zwischen New York und Palo Alto aufspüren. Er wird bereits im Januar sein neues Amt als US-Chef von Springer übernehmen. Wie wichtig sein Funktion für den „Bild“-Konzern ist, zeigt die Tatsache, dass Müffelmann nicht mehr wie bisher an Vorstand Andreas Wiele, sondern direkt an Döpfner berichten wird.

Der amerikanische Markt hat für Springer zuletzt stark an Bedeutung gewonnen. Die Übernahme des US-Wirtschafts- und Nachrichtenportals „Business Insider“ war für den Berliner Konzern ein großer Schritt. Ende September übernahm Springer weitere 88 Prozent der Anteile des Informationsportals für 306 Millionen Euro. Zuvor hielt der Konzern bereits neun Prozent. Die restlichen drei Prozent gehören der die Firma Bezos Expeditions des Amazon-Gründers Jeff Bezos.

Nun sollen mit Müffelmanns Hilfe weitere Zukäufe folgen. „Wir erwarten und planen, wie auch immer, dass Jens für Wachstum in unserem US-Geschäft sorgen wird, weit über das bestehende Netzwerk hinaus“, schrieb Springer-Vorstandsmitglied Andreas Wiele in einer internen E-Mail an die Mitarbeiter, die mir vorliegt.

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