Der Medien-Kommissar
Trump wirbt gratis für die New York Times

Das börsennotierte Flaggschiff des amerikanischen Qualitätsjournalismus wird zu Donald Trumps ganz besonderem Hassobjekt. Doch mit jedem Tweet des neuen US-Präsidenten auf Twitter wächst das Ansehen der New York Times.
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Die New York Times ist keine Zeitung. Sie ist ein Institution der amerikanischen Demokratie - und das schon bald 166 Jahre. Kein anderes Blatt versammelt so viele Pulitzer-Preisträger wie das Medienunternehmen der Familie Sulzberger. Ausgerechnet den Leuchtturm des Qualitätsjournalismus hat sich Donald Trump als medialen Erzfeind ausgesucht. Der Caligula des amerikanischen Imperiums, dessen beste Zeiten tief im 20. Jahrhundert begraben sind, empfiehlt eine Schließung oder Übernahme des börsennotierten Unternehmens.

In gleich vier Tweets des Kurznachrichtendienstes Twitter rechnete der 45. Präsident der Vereinigten Staaten am Wochenende mit den New York Times ab. Ausgerechnet der Extrem-Republikaner Trump mit seinem unausgereiften Verhältnis zu Information und Analyse bezichtigte die Zeitung der Lüge. In Versalien spricht er auf Twitter von „Fake News“.

Die Tiraden des mächtigsten Mannes der Erde erinnern an Caligulas Regierungscredo: oderint, dum metuant – mögen sie mich hassen, wenn sie mich nur fürchten. Doch der Rechnung des früheren Immobilien-Tycoons wird nicht aufgehen. Denn die New York Times zeigt sich weiterhin furchtlos.

Trumps Hoffnung auf eine Übernahme der New York Times wird nicht aufgeben. Denn die Verlegerfamilie denkt nicht im Traum daran, ihre Anteile zu verkaufen. Die Marktkapitalisierung des Medienunternehmens beträgt derzeit 2,1 Milliarden Dollar. Der Wert des Unternehmens hat seit der Wahl Trumps sogar noch zugenommen. In November 2016 lag die Aktie noch bei rund elf Dollar, zuletzt notierte sie bei mehr als 13 Dollar. 2012 war das Papier noch weniger als sieben Dollar wert.

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