Der Medien-Kommissar Warum ARD und ZDF fusionieren sollten

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk verspricht zu sparen, allerdings nur ein bisschen. Die Politik ist gefordert, das anachronistische System zu reformieren – und ARD und ZDF mittelfristig zusammen zu legen.
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Handelsblatt-Korrespondent Hans-Peter Siebenhaar wirft wöchentlich einen Blick auf die Medienbranche.
Der Medien-Kommissar

Handelsblatt-Korrespondent Hans-Peter Siebenhaar wirft wöchentlich einen Blick auf die Medienbranche.

Das Ritual ist bekannt. ARD und ZDF legen Sparvorschläge vor, die Länder korrigieren ein wenig und winken schließlich die Ideen unter Applaus durch. Nun hat das Tandem seine neuen Ideen dargelegt, wie es zwischen 2018 und 2021 wirtschaften will. Bei den Vorschlägen kommen kumuliert scheinbar imposante Zahlen zustande. Das ZDF verspricht seine Kosten innerhalb von sieben Jahren um 270 Millionen Euro zu senken. Die sehr viel größere ARD will sogar im gleichen Zeitraum die Kosten um 951 Millionen Euro drücken.

Doch die Zahlen, die auf den ersten Blick wie große Einschnitte aussehen, sind tatsächlich nur Korrekturen kosmetischer Art. Denn im gleichen Zeitraum liefert der Gebührenzahler geschätzte sage und schreibe 56 Milliarden Euro an Rundfunkgebühren ab. Seit der Einführung der Haushaltsgebühr im Jahre 2013 müssen schließlich alle zahlen, ganz egal ob sie die Angebote im Fernsehen, Internet oder Radio überhaupt nutzen. Das spült jährlich rund acht Milliarden Euro in die Kassen von ARD, ZDF und Deutschlandradio. Derzeit werden 17,50 Euro pro Haushalt fällig, um das opulente System von TV-Kanälen, Hörfunksendern und Websites zu finanzieren.

Der scheidenden ARD-Vorsitzenden Karola Wille und ihrem ZDF-Kollegen Thomas Bellut ist kein Vorwurf zu machen, dass sie mit ihren Sparvorschlägen der Politik ein wenig Sand in die Augen zu streuen. Das Duo versucht das Beste für seine jeweilige Mannschaft herauszuholen. So gehört es sich für gute und loyale Chefs.

Mit ihren Vorschlägen erfüllen Wille und Bellut ohnehin nur die gesetzlichen Bestimmungen. Die Intendanten machen den laut Verfassung für den Rundfunk zuständigen Ländern nur Vorschläge. Mehr aber auch nicht. Die politische Verantwortung tragen die Ministerpräsidenten ganz allein. Und genau das ist das Problem. Die Länder müssen endlich den politischen Mut aufbringen, das verkrustetes und ineffektive Rundfunksystem zu reformieren. Die öffentlich-rechtlichen Sender brauchen ein neues Konzept, um dem veränderten Nutzerverhalten und den gesellschaftlichen Erwartungen Rechnung zu tragen.

Im digitalen Zeitalter braucht niemand mehr eine mediale Grundversorgung durch staatsnahe Rundfunkanstalten mit einem beamtenähnlichen Pensionssystem. Noch nie zuvor konnten sich die Bürger, egal ob Text, Zahlen, Foto oder Videos, so umfassend informieren, wie heute. Dass ein solches Angebot, die Menschen nicht schlauer macht, steht auf einem anderen Blatt.

Rundfunkgebühren kaum zu rechtfertigen
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11 Kommentare zu "Der Medien-Kommissar: Warum ARD und ZDF fusionieren sollten"

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  • ARD und ZDF und alles, was die Zuschauer und Hörer nicht mehr haben wollen, abschaffen - so bald als möglich! Es gibt ja noch viele weitere Faktoren, wie z.B. horrende Pensionen absolut überflüssiger Funktionäre, die ins Gewicht fallen. Die ÖR genießen noch weitere Privilegien, die eine schnelle Abschaffung notwendig machen. Mit staatlichem Rückhalt versuchen sie Internetangebote in den Markt zu drücken - vorbei an allen, die redlich dafür arbeiten, wie z.B. auch Herr Siebenhaar. Ein privatwirtschaftlich Tätiger kann einem Werbetreibenden niemals solche Angebote für den selben Preis anbieten, wie ein öffentlich gesponserter Sender, der zudem völlig risikofrei arbeitet und machen kann, was er will, solange er keiner großen Partei auf die Füße tritt.

    Die ÖR beuten aber auch ihre freien und festen freien Mitarbeiter aus. Keine andere Organisation leistet sich so ein System.

    Sieben Jahre? Viel zu lang. Es geht natürlich nicht über Nacht, aber jetzt muss ein weiterer Ausbau verhindert und dann innerhalb von fünf Jahren alles abgewickelt werden. Die FDP hat bereits 2013 einen Vorstoß gemacht. Jetzt kann sie liefern. Über die Hälfte der Bevölkerung steht dahinter.

  • Natürlich, Herr Spiegel. Wir wollen schließlich nicht undankbar sein. Wer treu und mit maximalem Einsatz die Wahrheit zugunsten der Staatsregierung verbogen hat, soll von diesem Staat niemals im Stich gelassen werden.
    Ein Rittergut für jeden ehemaligen Indendanten!

  • Enrico Caruso@Wenn man die Wahrheitsverkünder zusammen legt, müsste man aber die Anzahl der Posten, Räte u. s.w. beibehalten. Die sozialen Verwerfungen
    sind bei den tausenden von Kostgängern erheblich, das könnte den Staat destabilisieren.

  • Der Herr Siebenhaar steht nicht auf der Gehaltsliste der ÖR. So sind seine Beiträge zu diesem Thema zu werten.
    Die ÖR sind weder besser noch schlechter als die Privaten, da gibt es nicht den geringsten Unterschied. Lüge ist Lüge.
    Man sollte der Einfachheit halber alle zusammenlegen.

  • Das System-Fernsehn muß weg, das ist aber sehr schwierig, wohin sollte man dann die GEZ bezahlen ?

  • Warum schon wieder der Verweis, dass die AfD in Ostdeutschland besonders stark sei? Es geht um ein Medium „öffentliches Fernsehen“, das nicht dem Geiste der freien Marktwirtschaft entspricht. Dies MÜSSTEN die etablierten Parteien genauso sehen, aber sie gehören ja mit zu den Machern dieses Staatsfernsehens. Ich bin ganz klar für ein Bezahlfernsehen. Nur das, was gesehen wird (verbraucht wird), muss bezahlt werden und nicht die Leistungen, welche nicht in Anspruch genommen werden. Dies alles sollte eigentlich für eine Marktwirtschaft etwas vollkommen normales sein.

  • Es ist schon eine Frechheit für ein nicht ( persönlich ) gewolltes Angebot bezahlen zu müssen.
    Nennt es Steuer, das ist dann zumindest der richtige Begriff.
    Für verschiedene Angebote bin ich bereit zu bezahlen, lasse mich aber ungern zwingen.
    Meine Kinder und Enkel schauen keine Fernseh-Programme mehr.
    Hier sollten unsere Abzocker mal begreifen, die Welt hat sich weiter gedreht.
    Egal wie ... Geld muss her....mal sehen wo die Politikerkaste die Ausfälle bei der Mineralölsteuer kompensieren ?
    Na dämmert es ?

  • Frau Kah, Ihre wunderbare Idee hat etwas Bestechendes! 1 Stunde lang pro Tag könnte die Regierung die "Losung" des Staatsfernsehens, also ihre Tagespolitik hinreichend erläutern und bräuchte sich dann auch nicht mehr verbiegen um dem Volk mittels ARD und ZDF weiterhin Sand in die Augen zu streuen.

  • Wer schaut denn heute noch in die" Röhre"? Es ist der Bürger, der ausgesaugt wird bis er keinen Tropfen Blut , sprich Cent, mehr hergibt. Dieser Anachronismus gehört längst auf den Misthaufen des letzten Jahrtausends. Aber seit es uns allen in Deutschland, speziell unter Merkel so gut geht, hält jeder das Maul. Deshalb wird nun auch in Berlin alles daran gesetzt, dass nicht noch einmal gewählt werden muss, denn diese Wahl würde das "Pack" mit seinen Protagonisten ein weiteres Mal stärken. Laut Sarasin soll das Potential der AFD an die 30 (sprich dreissig !) Prozent sein.

  • Sehr geehrter Herr Siebenhaar,

    ich habe nichts gegen Sparvorschläge. Im Gegenteil. Aber von Ihnen kommt nicht die kleinste Idee.

    Ihre Vorstellung: Einfach nicht mehr senden. Eine Anstalt macht dicht. Warum gehen Sie nicht einen Schritt weiter? Wie wäre es, wenn beide Anstalten dicht machen? Oder vielleicht ihre Sendezeit auf 1 Stunde täglich beschränken? Oder nur Frösche quaken lassen?

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