Der Medien-Kommissar
Wer ist King im Mediengeschäft?

Comcast kauft das Studio Dreamworks Animation. Mit der Milliarden-Übernahme der Macher von „Shrek“ und Co. gibt der amerikanische Kabelriese eine außergewöhnliche Antwort auf die Herausforderungen der Medienwelt.
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Glendale ist nicht Hollywood. Doch die 200.000 Einwohner zählende Stadt am Ende des San Fernando Valley nördlich von Los Angeles ist weltweit als Sitz von Dreamworks – 1994 von Starregisseur Steven Spielberg und dem früheren Disney-Chef Jeffrey Katzenberg 1994 gegründet – bekannt. Auf dem malerischen Firmengelände mit Terrassen und Teichen, das aussieht wie eine zu große Hazienda aus der Zeit der spanischen Kolonisation, entstanden Animationsmeisterwerke wie „Ice Age“, „Shrek“ „Madagascar“ und „Kung Fu Panda“.

Die Idylle des Campus trügt. Die 2004 ausgegliederte Trickfilmsparte Dreamworks Animation kämpfte sein längeren mit Problemen. Produktionen floppten, Arbeitskräfte wurden entlassen.

Die nun gefundene Lösung kommt quasi aus der Nachbarschaft. Keine 20 Autominuten von Glendale, in Universal City, hat NBC Universal („Minions“) seinen Sitz. Künftig wird Dreamworks Animation Teil des Hollywood-Studios, das im Besitz des amerikanischen Kabelriesens Comcast ist. Der weltgrößte Medienkonzern zahlt für das Unternehmen 3,8 Milliarden.

Für Comcast mit einem Umsatz von fast 76 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr und einer derzeitigen Marktkapitalisierung von 129 Milliarden Dollar ist das ein weiterer Mosaikstein, sich im Inhaltegeschäft für eine vergleichsweise überschaubare Summe zu stärken. Bis Ende des Jahres soll die Übernahme abgewickelt sein.

Hinter dem Zukauf verbirgt sich die Frage, was in Zukunft wichtiger sein wird: Vertrieb wie Kabel oder Inhalte wie Filme, Serien oder Dokumentationen. Ist Content King? Oder ist „distribution the boss of content“? Egal ob in Cannes oder in Hollywood, über diese Frage wird seit vielen Jahren gestritten. Bislang hat sich keine Fraktion wirklich durchgesetzt.

Denn die Antwort ist weitaus komplexer. Vertrieb und Inhalt sind wie siamesische Zwillinge. Sie brauchen einander, sonst kann niemand überleben. Kein Mensch bestellt bei seinen Kabelnetzbetreiber oder Bezahlsender Programmpakete, wenn die Inhalte nicht attraktiv sind. Auf der anderen Seite entscheiden der Transport, das Marketing und der Verkauf der Inhalte sowie die Entwicklung von Zusatzgeschäften (Merchandising etc.) über Erfolg oder Misserfolg.

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