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Medienkonzern: Bertelsmann erwägt Verkauf von RTL-Anteilen

Eine finale Entscheidung liegt noch nicht vor: Um flexibel in Wachstumsmärkte investieren zu können, prüft Bertelsmann den Verkauf von RTL-Anteilen. Ob es dazu kommt, hängt noch vom Kapitalmarkt ab, heißt es.

Anteile versilbern: RTL Group ist einer der großen Gewinnbringer des Gütersloher Medienkonzerns. Quelle: Reuters
Anteile versilbern: RTL Group ist einer der großen Gewinnbringer des Gütersloher Medienkonzerns. Quelle: Reuters

GüterslohBertelsmann will den Vorstoß in neue Geschäftsfelder mit dem Verkauf von RTL-Anteilen finanzieren. "Die mögliche Abgabe von RTL-Group-Aktien wäre ein Baustein zur Finanzierung der langfristigen Konzernstrategie", erklärte Vorstandschef Thomas Rabe am Donnerstag. "Bertelsmann soll in den nächsten Jahren wachstumsstärker, digitaler und internationaler werden", bekräftigte der Vorstandschef. Rabe hat Bertelsmann Wachstum durch eine Expansion in Schwellenländer sowie den Ausbau des digitalen Geschäfts, des Bildungsangebots und des Musikrechtegeschäfts verordnet.

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Schleppende Konjunktur Abschreibungen belasten Bertelsmann

Die Führung von Bertelsmann schließt einen Gewinnrückgang im laufenden Jahr nicht aus.

Der Konzern werde aber in jedem Fall eine Mehrheit von annähernd 75 Prozent an seinem wichtigsten Umsatzbringer behalten. "Wir glauben weiter fest an die Zukunft des Fernsehens und an die RTL Group", sagte Rabe. "Die RTL Group ist und bleibt ein sehr erfolgreiches Kerngeschäft von Bertelsmann und eine starke Säule unseres Portfolios." Derzeit hält der Familienkonzern aus Gütersloh 92,3 Prozent der Aktien an Europas größter TV-Gruppe, die an den Börsen in Luxemburg und Brüssel gehandelt werden. Ein Paket von rund 17 Prozent der RTL-Anteile ist an der Börse derzeit fast zwei Milliarden Euro wert.

Medienbranche Die größten Medienkonzerne der Welt

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Auf der Suche nach Geld erwägt Rabe neben einem Anteilsverkauf auch, RTL selbst anzuzapfen. Die Fernsehtochter prüft nach eigenen Angaben die Möglichkeit einer Sonderdividende, von der der Haupteigner besonders profitieren würde. Damit solle "die Effizienz der Kapitalstruktur" gesteigert, sprich: der Anteil des im Vergleich zu Schulden teureren Eigenkapitals verringert werden.

Angesichts der schleppenden Wirtschaftsentwicklung in Europa will sich Bertelsmann mit neuen Geschäftsfeldern breiter aufstellen. Zuletzt belasteten das schwierige Umfeld vor allem für das Druckgeschäft und im Direktkundenvertrieb sowie schwache Geschäfte im krisengeschüttelten Südeuropa den Konzern. Angesichts wegbrechender Werbeeinnahmen leiden besonders die Printmedien. Der mehrheitlich zu Bertelsmann gehörende Verlag Gruner + Jahr hatte jüngst die Wirtschaftszeitung "Financial Times Deutschland" nach jahrelangen Verlusten eingestellt.

Bertelsmann Der Mediengigant aus Ostwestfalen

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Der Umsatz stieg im vergangenen Jahr um fünf Prozent auf 16 Milliarden Euro, wie Bertelsmann am Donnerstag weiter mitteilte. Organisch, also aus eigener Kraft, wuchsen die Erlöse lediglich um drei Prozent. Der Betriebsgewinn (operating EBIT) stagnierte mit 1,7 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau. Geschmälert wurde er durch Investitionen und planmäßige Anlaufverluste für Digitalisierungsvorhaben und neue Geschäfte. Die Umsatzrendite betrug erneut mehr als zehn Prozent und entsprach damit dem von Rabe bereits in Aussicht gestellten Wert. Näher will sich der Konzern bei der Vorlage der Jahresbilanz am 26. März äußern.

Seine Verbindlichkeiten konnte Bertelsmann im vergangenen Jahr deutlich verringern. Die Nettofinanzschulden sanken zum Jahresende um ein Drittel auf 1,2 Milliarden Euro.

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