Medienkonzern
Bertelsmann muss Federn lassen

Der Medienkonzern Bertelsmann hat in den ersten neun Monaten dieses Geschäftsjahres schlechter abgeschlossen. Sowohl Umsatz als auch Gewinn gingen zurück. Und der Ausblick fürs Gesamtjahr sieht ebenfalls nicht rosig aus.

HB GÜTERSLOH. Die gedämpften Konjunkturaussichten schlagen auf die Gewinnprognose des Gütersloher Medienkonzerns Bertelsmann durch. Das operative Ergebnis vor Sondereinflüssen werde „fünf bis zehn Prozent unter Vorjahr liegen“, erklärte Finanzvorstand Thomas Rabe am Dienstag. Der Umsatz solle weiter leicht über Vorjahr liegen, stellte Rabe in Aussicht. „Das Ebit und der Konzerngewinn werden aufgrund des Wegfalls von Sondereinflüssen und eines geringeren Steueraufwands deutlich höher ausfallen.“

In den ersten neun Monaten sank der Umsatz von Bertelsmann um 0,7 Prozent auf 11,4 Mrd. Euro. Wechselkurseffekte und Verkäufe herausgerechnet, legte er noch um 1,6 Prozent zu. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Sondereinflüssen sank auf 926 Mio. Euro von gut eine Milliarde Euro vor Jahresfrist. In den Zahlen nicht mehr enthalten sind Geschäftsbereiche, von denen sich Bertelsmann trennt oder getrennt hat - darunter die 50-Prozent-Beteiligung an dem Musikgemeinschaftsunternehmen Sony BMG sowie Clubaktivitäten.

Sondereinflüsse eingerechnet, stieg das operative Ergebnis auf 823 von 692 Mio. Euro. Der Konzerngewinn verdreifachte sich nahezu auf 387 Mio. Euro. 2007 hatten die Kosten für die Beilegung eines Rechtsstreits um die ehemalige Gratis-Musiktauschbörse Napster und das Ende eines Kartellverfahrens gegen den RTL-Werbezeitenvermarkter IP tiefe Kerben in den Gewinn geschlagen.

Zu der Entwicklung in den einzelnen Geschäftsbereichen äußerte sich der Konzern nicht, zu dem die RTL Group, Gruner + Jahr, Arvato, die Direct Group und der Verlag Random House gehören. Im ersten Halbjahr hatten alle Unternehmensbereiche rückläufige oder stagnierende Gewinne verbucht, das Buchclubgeschäft der Direct Group sogar Verlust. Bis auf Arvato wiesen alle Bereiche Umsatzeinbußen aus. Die Medienbranche bekommt derzeit die Folgen der Finanzkrise zu spüren: Werbeetats der Unternehmen werden schmäler, das Anzeigengeschäft geht zurück. Einige Unternehmen drehen bereits an der Kostenschraube. Auch Gruner + Jahr hat harte Maßnahmen angekündigt. Titel sollen wegfallen, Spesen sowie Reise- und Veranstaltungskosten um 20 Prozent reduziert werden.

RTL - die erlösstärkste Tochter des Konzerns - hatte vergangene Woche mitgeteilt, trotz des angespannten Werbeumfelds in den ersten neun Monaten Umsatz und operativen Gewinn geringfügig gesteigert zu haben. Der Konkurrent ProSiebenSat.1 dagegen ist im dritten Quartal in die roten Zahlen gerutscht.

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