Medienkonzern: Bertelsmann strotzt vor Zuversicht

Medienkonzern
Bertelsmann strotzt vor Zuversicht

Das Werbegeschäft läuft, der Sparkurs wirkt: Europas größter Medienkonzern schraubt die Prognose hoch und hält nach weiteren Zukäufen Ausschau. Doch nicht alle Sparten können mit guten Zahlen glänzen.
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GÜTERSHLOH. Die Erleichterung ist Hartmut Ostrowski ins Gesicht geschrieben: „Wir stehen besser als im Jahr 2008 da“, stellte der Bertelsmann-Chef gestern bei Vorlage der Halbjahreszahlen zufrieden fest. Europas größter Medienkonzern hat die Wirtschafts- und Finanzkrise abgehakt – die Geschäfte von TV-Sendern, Bücher und Mediendienstleistungen bis hin zur Musik laufen wieder rund.

Ostrowski, stets bekannt für große Vorsicht, hob die Gewinnprognose an. Das Konzernergebnis soll in diesem Jahr die Marke von einer halben Mrd. Euro überspringen. Bislang war von 400 bis 500 Mio. Euro die Rede. Auch der Umsatz soll wieder steigen. Noch vor wenigen Monaten waren die Gütersloher noch mit einer Stagnation der Erlöse zufrieden.

Bertelsmann kommt im ersten Halbjahr aus der Krise wie Phoenix aus der Asche. Dafür sind vor allem zwei Gründe ausschlagend. Zum einen erholten sich die Werbemärkte mit Ausnahme Spaniens in ganz Europa überraschend schnell. Davon profitiert Bertelsmann mit seiner Fernsehtochter RTL Group überdurchschnittlich.

Zum anderen hat Ostrowski dem Konzern ein knallhartes Sparprogramm verordnet. Allein im ersten Halbjahr hatte Bertelsmann über 2 500 Arbeitsplätze gestrichen. Mittlerweile zählt der Branchenprimus rund 100 000 Mitarbeiter. Beim Personalabbau nimmt Ostrowski keine Rücksicht: Der Druck- und Mediendienstleister Arvato musste besonders unter Stellenstreichungen leiden. Ostrowski war bis Anfang 2008 Vorstandschef dieser Bertelsmann-Tochter.

Beim Thema Sparen sieht der Konzernchef aber noch nicht das Ende erreicht. Ostrowski schwärmt im kleinen Kreis immer wieder davon, wie viele kreative Möglichkeiten es gibt, die Kosten beispielsweise in der Fernseh- oder Zeitschriftenproduktion zu senken.

Mit der überraschend guten Halbjahresbilanz hat Ostrowski nach einem schwierigen Start als Vorstandschef vor eineinhalb Jahren nun sein Selbstbewusstsein zurückgewonnen. Erstmals überstieg die Umsatzrendite die Zehn-Prozent-Marke. Das hatte nicht einmal sein Vorgänger und jetzige Aufsichtsratschef Gunter Thielen geschafft. Der operative Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) erreichte mit 755 Mio. Euro (Vorjahr 497 Mio.) einen Rekord. Der Nettogewinn legte um über eine halbe Mrd. auf 246 Mio. Euro zu. Der Umsatz stieg um 3,9 Prozent auf 7,36 Mrd. Euro.

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