Medienkonzern
Bertelsmann verfehlt Gewinnziel deutlich

Auch Europas größter Medienkonzern Bertelsmann bekommt die Konjunkturkrise immer stärker zu spüren. Im laufenden Jahr erwartet das Unternehmen nach Angaben von Finanzvorstand Thomas Rabe nicht zuletzt wegen der schwachen Werbemärkte einen spürbaren Rückgang bei Umsatz und operativem Ergebnis.

HB BERLIN. Europas größter Medienkonzern Bertelsmann hat im vergangenen Jahr sein Ertragsziel deutlich verfehlt. Grund sind vor allem schrumpfende Werbemärkte und hohe Wertberichtigungen im Fernsehgeschäft.

Der Nettogewinn habe mit 270 Mio. Euro klar unter der Zielmarke von rund 800 Mio. Euro und um ein Drittel unter dem Vorjahreswert von 405 Mio. Euro gelegen, sagte der Finanzvorstand der Bertelsmann AG, Thomas Rabe, am Dienstag in Berlin. Wegen der Trennung von margenschwachen Unternehmensteilen sank der Umsatz von 18,76 Mrd. Euro auf 16,12 Mrd. Euro.

Bertelsmann hatte im vergangenen Jahr mit der Musiksparte BMG und einem Teil seines ausländischen Buchclub-Geschäfts das Portfolio deutlich verkleinert. Der Umsatz der fortgeführten Aktivitäten lag annähernd auf dem Vorjahresniveau von 16,19 Mrd. Euro.

Bertelsmann hat nach Rabes Worten seinen Schuldenstand im vergangenen Jahr deutlich um 1,1 Mrd. auf 6,63 Mrd. Euro reduziert. Damit würden die selbst gesteckten Ziele leicht verfehlt. Weitere Verkäufe seien im laufenden Jahr nicht geplant. „Wer jetzt verkauft, verkauft im Zweifel unter Wert.“ Auch größere Zukäufe schloss Rabe aus Gründen der kaufmännischen Vorsicht angesichts der Wirtschaftskrise weitgehend aus. „Das ist nicht das Gebot der Stunde“, sagte er. Weitere Wertberichtigungen im Fernsehgeschäft schloss er nicht aus.

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