Medienkonzern
Burda gibt sich krisenfest

Der Medienkonzern Burda („Focus“, „Bunte“) stemmt sich gegen die schlechte Werbekonjunktur. Mit einem harten Sparkurs sowie dem Ausbau des Digital- und Auslandsgeschäfts will das Familienunternehmen durch die Rezession kommen.

MÜNCHEN. Dabei scheut das Medienhaus des Verlegers Hubert Burda auch nicht vor einer weiteren Reduzierung von Arbeitsplätzen zurück. „Wir bauen in allen Bereichen, in denen es wirtschaftlich notwendig ist, mit Augenmaß Personal ab“, sagte Paul-Bernhard Kallen, Vorstand für Technologie, Finanzen und Ausland, dem Handelsblatt. Bereits im vergangenen Jahr sank die Zahl der Mitarbeiter um 4,4 Prozent auf knapp 7600. „Wir müssen uns auf mehrere Jahre rückläufiger Konjunktur einstellen“, betonte der Manager.

Burda ist bisher im Vergleich zu Konkurrenten gut durch die Werbeflaute gekommen. Im vergangenen Jahr steigerte der Medienkonzern mit seinen Zeitschriften, Internetportalen (Holidaycheck, Sevenload), Fernsehsendern (TV Gusto) und Druckereien den Umsatz um 3,7 Prozent auf 1,75 Mrd. Euro. Die Umsatzrendite liegt im oberen einstelligen Bereich, heißt es in der Münchener Konzernzentrale. Genauer Angaben macht der Konzern traditionell nicht. Finanzvorstand Kallen sagte nur: „Wir sind ordentlich profitabel.“

Hinzu kommt, dass Burda im Vergleich zu anderen Medienkonzernen wie Bertelsmann oder Pro Sieben Sat 1 keine Milliarden schwere Schuldenlast drückt. „Wir sind in der Burda GmbH praktisch schuldenfrei“, berichtete Kallen, einer der engsten Vertrauten des Eigentümers Hubert Burda.

Im Gegensatz zu vielen anderen Medienkonzernen erwartet das Unternehmen mit Wurzeln im badischen Offenburg in diesem Jahr keine dramatischen Umsatzeinbrüche. „Für 2009 rechnen wir mit einem leicht niedrigeren Umsatz“, sagte Kallen. Auch die Rendite soll konstant bleiben. Im Gegensatz zu vielen Konkurrenten hat sich Burda in den vergangenen Jahren unabhängiger vom deutschen Zeitschriftengeschäft gemacht. Die Vertriebs- und Anzeigenerlöse von Zeitschriften wie „Bunte“ oder „Focus“ machten im vergangenen Jahr 39 Prozent der Gesamterlöse von 1,75 Mrd. Euro aus. Der Auslandsanteil ist von fast null vor einigen Jahren auf knapp ein Viertel gestiegen. Aus den digitalen Geschäften, darunter das börsennotierte Unternehmen Tomorrow Focus, kommen knapp 20 Prozent und aus der Drucksparte annähernd neun Prozent.

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