Medienkonzern mit roten Zahlen
Uefa-Cup und Sportwetten belastet EM.TV

Das Münchener Medienunternehmen EM.TV hat auf Grund von Kosten für den UEFA-Cup im dritten Quartal einen Verlust verbucht. Hinzu kamen Vorlaufkosten für den geplanten Einstieg in des Geschäft mit Sportwetten. Die Prognose für das Gesamtjahr bestätigte die Muttergesellschaft des Sportsenders DSF jedoch. Der Markt nahm das Zahlenwerk negativ auf, die Aktie fiel gegen den Trend um 4,5 Prozent auf rund vier Euro.

HB MÜNCHEN. Neben den Vorlaufkosten für Sportwett-Angebote und Rechtegebühren für den Fußball-Uefa-Pokal habe auch eine Wertberichtigung von 2,4 Mill. Euro auf eine Forderung das EM.TV-Ergebnis belastet, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Bei einem um 2,4 Prozent auf 46,1 Mill. Euro gestiegenen Umsatz belief sich der Verlust vor Steuern im dritten Quartal auf 8,5 Mill. Euro. Im Vorjahr war lediglich ein Minus von 0,5 Mill. Euro angefallen. Nach Steuern blieb ein Verlust von 4,6 Mill. Euro nach 2,5 Mill. Euro im Vorjahresquartal.

Im Gesamtjahr 2005 will EM.TV den Umsatz im einstelligen Prozentbereich steigern. Ohne den Einstieg in Wettgeschäft soll das Vorsteuerergebnis leicht positiv ausfallen. „Ich bin zuversichtlich, dass uns dies gelingen wird“, sagte EM.TV-Chef Werner Klatten. Nach neun Monaten lag der Verlust vor Steuern bei 6,4 Mill. Euro nach 2,5 Mill. Euro im Jahr zuvor. Der Umsatz erreichte 146,5 Mill. Euro und war damit um 3,4 Prozent rückläufig. „Die Entwicklung der ersten neun Monate und auch des plangemäß schwachen dritten Quartals entspricht im Großen und Ganzen unseren Erwartungen“, sagte Klatten.

EM.TV erwägt bereits seit längerem den Einstieg in das Geschäft mit Sportwetten und verspricht sich davon großes Umsatz- und Renditepotenzial. Im Vorgriff auf eine Liberalisierung des Sportwettenmarktes, die derzeit vom Bundesverfassungsgericht geprüft wird, habe EM.TV intensive Vorbereitungen getroffen, um den Einstieg in das Wettgeschäft kurzfristig vollziehen zu können, hieß es. Eine endgültige Entscheidung solle noch in diesem Jahr fallen, ergänzte ein Sprecher. Der Bezahlsender Premiere bietet bereits seit August einen Kanal für Pferdewetten an.

Der Sportsender DSF habe sich im dritten Quartal wegen des anhaltend schwierigen Werbemarktes schlechter entwickelt als erwartet, hieß es im Zwischenbericht von EM.TV weiter. Das Online-Sportportal Sport1 erfreue sich jedoch weiter steigender Besucherzahlen. Auch habe steigende Nachfrage nach Produktionsdienstleistungen bei Plazamedia zu einer guten Auslastung geführt. Unter anderem produziert die Gesellschaft den Auktionskanal arena, der seit September auf Sendung ist. Zuvor hatte Plazamedia aber Produktionsaufträge für die Bundesliga verloren, so dass insgesamt das operative Ergebnis (Ebit) des Sportsegments in den ersten neun Monaten auf 6,3 Mill. Euro von 16,8 Mill. Euro zurückging. Der Geschäftsbereich Unterhaltung senkte seinen Verlust auf 1,7 (4,7) Mill. Euro.

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