Medienkonzern prüft Teilverkauf der Tochter AOL an den Softwareriesen
Time Warner und Microsoft verbünden sich gegen Google

Der weltgrößte Medienkonzern Time Warner verhandelt US-Medienberichten zufolge mit Microsoft über einen Zusammenschluss seines Online-Dienstes AOL mit dem MSN-Internet-Portal von Microsoft. Die beiden Unternehmen wollen so den Internet-Suchmaschinenbetreiber Google angreifen.

tor NEW YORK. Auf dem umkämpften Markt für Suchanfragen bringen es AOL und MSN in den USA zusammen auf einen Anteil von 18 Prozent. Google liegt mit 46 Prozent unangefochten vor Yahoo mit 23 Prozent.

Voraussetzung für die Partnerschaft wäre, dass AOL seine bisherige Partnerschaft mit Google auf dem Suchmarkt kündigt und auf die Suchmaschine von MSN wechselt. Für Google wäre das ein herber Schlag, generiert die Partnerschaft mit AOL doch rund elf Prozent der gesamten Werbeeinnahmen. Lauren Rich Fine, Analystin beim Investmenthaus Merrill Lynch hält es deshalb für möglich, dass Google für AOL ein Gegenangebot vorlegt.

Strategisch wäre ein Bündnis zwischen Microsoft und Time Warner sinnvoll. Time Warner sucht seit langem nach einem neuen Kurs für seine Internettochter. Denn AOL verliert zunehmend Abonnenten, die sich stattdessen schnelle Breitbandanschlüsse zulegen. Time-Warner-Chef Richard Parsons hatte zuletzt zwar einen kompletten Verkauf des Onlinedienstes „in nächster Zukunft“ ausgeschlossen. Nachdem aber der Investor Carl Icahn das Management des Medienkonzerns unter Renditedruck setzte, kommt ihm das Interesse von Microsoft nun gerade recht.

Microsoft versucht seit einiger Zeit, seine Präsenz im Internet auszubauen. Google entwickelt sich dabei immer mehr zum Hauptkonkurrenten. Das gilt nicht nur für die Suchmaschinen, wo Microsoft dem Rivalen eine eigene Technologie entgegengesetzt hat. Bill Gates fürchtet vielmehr, dass Google sich zu einer Softwareplattform im Internet mausert, die auf mittlere Sicht auch den Windows- und Office-Produkten aus dem Hause Microsoft Konkurrenz machen könnte.

Bei den Gesprächen zwischen AOL und Microsoft soll es auch um eine Anpassung der Instant-Messaging-Systeme gehen. Zusammen würden die beiden Unternehmen diesen Markt kontrollieren. Beide Konzerne halten die Technologie für strategisch wichtig. Microsoft-Chef Bill Gates ist allerdings bekannt dafür, dass er in zentralen Bereichen die unternehmerische Führung beansprucht. Da AOL jedoch mehr wert ist als MSN, würde Time Warner erst einmal die Mehrheit an den zusammengelegten Operationen halten. Gates könnte dies nur mit Hilfe einer kräftigen Finanzspritze verhindern.

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