Medienkonzern WWE
Millionengeschäft mit Muskelmännern

Mit Wrestling lässt sich Geld verdienen. Branchenprimus WWE ist seit Jahren börsennotiert und dehnt sein Tätigkeitsfeld kontinuierlich aus. Lebendes Kapital sind Menschen, die im Ring auch ihre Gesundheit riskieren.
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Düsseldorf/StuttgartWrestling. Im englischen Sprachgebrauch heißt das prinzipiell „Ringen“. Freistil, griechisch-römisch, olympisch. In den USA werden diesem Begriff aber gerne die Worte „Amateur“ oder „Professional“ vorangestellt. Die Amateure, das sind Männer mit Blumenkohlohren, die sich vor Wettkämpfen durch Flüssigkeitsentzug und Fasten in niedrigere Gewichtsklassen quälen. Männer, die sich bei hammerharten Ausscheidungsturnieren um die einmalige Chance duellieren, ihr Land bei Olympischen Spielen zu repräsentieren.

Als Profis hingegen werden Entertainer bezeichnet, austrainierte Menschen in bunten Outfits, die jeden Abend im Ring ihren Hals riskieren – auch, wenn die Shows vorher bis ins Detail abgesprochen sind. Einschließlich Drehbuch. In Mexico heißt das „Lucha Libre“. In Deutschland wurde es als „Catchen“ bekannt. Die bevorzugte Umschreibung heutzutage lautet „Action-Seifenoper“. Und damit lässt sich durchaus Geld verdienen.

Vergangene Woche legte Branchenprimus WWE die Zahlen für das zweite Quartal 2012 vor. Der Unterhaltungskonzern ist seit 1999 an der Börse New York notiert und legt daher Bilanzen vor. Der Umsatz lag bei 141,6 Millionen Dollar, wovon letztlich ein Nettogewinn von 11,9 Millionen Dollar übrig blieb. So spektakulär die Shows oft sind, so nüchtern sieht WWE das Geschäft: „Wir haben wichtige Fortschritte bezüglich unserer Schlüsselstrategien gemacht“, kommentierte WWE-Chef Vincent McMahon die Ergebnisse.

Gemeint sind damit der Ausbau von angebotenen Inhalten und Vertrieb sowie die Stärkung der Marke WWE – ebenso nüchtern betrachtet. Tatsächlich spielt McMahon damit auf die Ausweitung des Internet-Angebots und die Verlängerung der Live-Sendung „Raw“ von zwei auf drei Stunden an. Gerade die Präsenz im Web darf nicht unterschätzt werden, da die Pay-TV-Angebote von mehr oder minder legalen Seiten als Stream angeboten werden. Von denen sieht die WWE nicht einen Cent.

Der Jahresumsatz 2011 betrug 483 Millionen Dollar, der Gesamtgewinn landete letztlich bei 37 Millionen Dollar. Für ein weltweit operierendes Unternehmen mit rund 580 Mitarbeitern sind die Zahlen zwar nicht imposant; manch deutscher Mittelständler hält da locker mit.

Das ist weder dramatisch schlecht noch außerordentlich gut, es ist solide. Mancher möchte vielleicht angesichts dessen, wie die WWE ihr Geld verdient sagen: langweilig. Doch die Art, wie das Einkommen zustande kommt, ist  spektakulär.

Das Kerngeschäft ist die eingangs erwähnte „Action-Seifenoper“. Das Prinzip ist einfach: Zwei Männer (oder Frauen) treten in einem einstudierten Show-Match gegeneinander an, meist Publikumsliebling gegen Bösewicht – grob vereinfacht ausgedrückt. Eingerahmt werden die Matches von Schauspielsegmenten, in der Handlungen vorangetrieben und die „Gimmicks“, die fiktiven Charaktere der „Superstars“ genannten Entertainer, ausgearbeitet werden.

Kommentare zu " Medienkonzern WWE: Millionengeschäft mit Muskelmännern"

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  • Guter Artikel. Von dem Inhalt mag man halten was man will es bleibt ein interessantes Phänomen. Genauso wie die Tatsache, dass die WWE nicht nur in den USA einen YouTube Channel betreibt sondern auch eigene lokale Webseiten in den Kernmärkten. Die WWE ist auch im Bereich Social Media ein globaler Vorreiter. Hier ein paar weiterführende Links.

    http://de.wwe.com
    http://www.facebook.com/WWE.DE

  • sich derartiges anzusehen ist mir genauso schleierhaft wie Vorabendserien und allgemeiner TV-Müll...

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