Medienkonzern zahlt 2,4 Milliarden Dollar an Aktionäre
Time Warner kauft sich von Sammelklage frei

Der weltgrößte Medienkonzern Time Warner zahlt 2,4 Mrd. Dollar für die Beilegung einer Sammelklage von Aktionären des Unternehmens. Die dafür nötigen Rückstellungen zogen Time Warner im zweiten Quartal tief in die roten Zahlen.

sfu/HB DÜSSELDORF. In den Monaten April bis Juni fiel ein Verlust von 321 Mill. Dollar an, teilte das Unternehmen mit. Vor einem Jahr gab es noch 777 Mill. Dollar Gewinn. Der Umsatz schrumpfte um etwa ein Prozent auf 10,7 Mrd. Dollar.

Time Warner hat sich bereiterklärt, die Summe in einen Fonds der Kläger einzuzahlen. Die Aktionäre behaupten, die Time Warner-Tochter AOL habe Werbeeinnahmen zu hoch angesetzt, um mehr Zustimmung zur Fusion mit Time Warner im Jahr 2001 zu bekommen. Time Warner stellte eine dreistellige Millionensumme für weitere Gerichtsverfahren zurück. Der Wirtschaftsprüfer Ernst & Young beteiligt sich mit 100 Mill. Dollar an dem Vergleich.

Die Sammelklage läuft schon seit drei Jahren. Beteiligt waren vor allem große amerikanische Pensionskassen wie Calpers, jedoch auch vielen Einzelaktionäre, die zwischen 1999 und 2002 Aktien von AOL und Time Warner gekauft hatten.

Time Warner-Chef Richard Parsons braucht freie Hand, um den Börsengang seiner Kabelfernsehtochter durchzuziehen. „Time Warner muss die Sammelklagen endlich hinter sich bringen“, sagte Andrew Seibert, Fondsmanager bei S&T Wealth Management.

Zumal AOL immer noch nicht auf soliden Füßen steht. Der Umsatz der Internet-Sparte von Time Warner ging im zweiten Quartal des Geschäftsjahres um rund vier Prozent zurück. Grund ist der starke Kundenschwund. AOL hatte in den USA zum Quartalsende in den USA 2,6 Mill. weniger Kunden als vor Jahresfrist. In Europa waren es nur einige zehntausend weniger.

Vor kurzem hat AOL seine amerikanische Webseite komplett überarbeitet und Internet-Nutzern einen Großteil seiner Inhalte kostenlos zur Verfügung gestellt. Immer wieder wird in der Branche jedoch kolportiert, dass sich Time Warner von seiner Internet-Tochter trennen wolle.

Zumindest in den vergangenen drei Monaten haben die Bereiche Kabel, Fernsehen und Printmedien die Rückgänge bei AOL jedoch weitgehend ausgeglichen. Umsatz und Gewinn bei Time Warner Cable, der zweitgrößten Kabelfernsehgesellschaft der USA, waren höher, nachdem neue Kunden für die vergleichsweise teuren Digitalprodukte gewonnen werden konnten. Der Konzern kontrolliert zudem WB Network, den größten US-Magazinverlag mit Titeln wie „Time“, „Fortune“ und „Sports Illustrated“ sowie einen der führenden US- Buchverlage.

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