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Medienkonzerne: Das Ende der Gratiskultur im Internet ist gekommen

Zwanzig Jahre nach der Erfindung des Internets bricht eine neue Epoche an. Inhalte gibt es künftig nicht mehr umsonst. Medienunternehmen führen weltweit immer mehr Bezahlangebote im Web und in der Mobiltelefonie ein und haben damit großen Erfolg.

Bezahlte Inhalte auf dem iPhone und iPad sollen zum Standard für die Branche werden. Quelle: dpa
Bezahlte Inhalte auf dem iPhone und iPad sollen zum Standard für die Branche werden. Quelle: dpa

DÜSSELDROF. "Free" - so lautet der kämpferische Titel eines Buchs von Chris Anderson. Der Chefredakteur des US-High-Tech-Magazins "Wired" vertrat darin die These, dass die neue, schöne Medienwelt dem Umsonst-Journalismus gehöre: "Wer im Netz präsent sein möchte, muss seine Inhalte kostenlos anbieten." Er stellte damit das Prinzip des Mediengewerbes, dass sich am Markt automatisch ein gerechter Preis für Qualitätsprodukte durchsetze, infrage.

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Das Verblüffende: Verleger und Journalisten folgten ihm. Zum Nulltarif stellten sie ihre Inhalte ins Netz und berauschten sich an den ständig steigenden Nutzerzahlen. Die Kosten für die Online-Angebote sollten durch Werbung gedeckt werden, so ihre Hoffnung in der Morgenstunde des Internetzeitalters.

Es kam bekanntlich anders. Die Umsonstkultur des Internets wies nicht den Weg in eine Ära von Prosperität, sondern löste die schwerste Medienkrise seit Erfindung der Drucktechnik aus. Die Verlage investierten weltweit Milliarden in die neue Technik, ohne je angemessene Erträge einzufahren. Der Gratisjournalismus im Internet ließ zugleich die Auflagen von Zeitungen und Zeitschriften erodieren - um knapp ein Drittel seit 2000. "Das beste Restaurant der Stadt geht unter, wenn es am Hintereingang die Speisen verschenkt", sagt Wolfgang Nowak, einst Strategieberater von Gerhard Schröder und heute Geschäftsführer der Alfred-Herrhausen-Gesellschaft. So sieht es auch Peter Gerdemann, oberster Marketingexperte von IBM Deutschland: "Wann hören Sie endlich auf, Ihre Qualitätsprodukte zu verschenken?" fragte er in die Runde, als er am Freitag die Redaktionskonferenz des Handelsblatts besuchte.

Spät, aber nicht zu spät räumt die Medienindustrie ihren Jahrhundertirrtum ein. Die ersten Verlagshäuser, vorneweg das Imperium von Rupert Murdoch und in Deutschland der Axel-Springer Verlag, steuern kraftvoll um. "Die Phase der kindlichen Begeisterung für die neue Technologie rund um das Internet geht erkennbar zu Ende", sagte Mathias Döpfner, Chef von Europas größtem Zeitungsverlag, im Handelsblatt-Interview. Eine neue Phase beginne, die an die Prinzipien der Vor-Internet-Welt anknüpfe: gutes Geld für guten Journalismus. Döpfner spricht von der "Rückkehr zur Normalität".

Neue Technologien machen die Trendwende möglich. Die Medienbranche profitiert vor allem von der Einführung des mobilen Internets, das mit iPhone und Blackberry, aber auch mit iPad und weiteren Tablet-Computern neue und einfache Abrechnungssysteme hervorbrachte. Diese Endgeräte sind die Basis für sogenannte Applikationen (Apps), mit deren Hilfe Inhalte von Zeitungen, Zeitschriften und Fernsehsendern zum Kunden transportiert werden. Für diese Apps gibt es - im App-Store des Steve Jobs - ein weltweit einheitliches Bezahlsystem.

  • 16.11.2010, 14:52 UhrAnonymer Benutzer: Maennes

    @ Marco
    Lassen Sie mich raten - Sie haben sich auch noch nie eine Zeitung gekauft.

  • 16.11.2010, 14:28 UhrAnonymer Benutzer: Marco

    Sogar das ZDF machte sich gestern über diesen Artikel lustig *G*.

    Aber mal im Ernst, wie kommt man eigentlich nur auf so einen blödsinn? Und wieso muss man so viel Geld für ein Webangebot ausgeben (um es zu erstellen / betreiben)?
    Hab bisher noch nie auch nur annähernde Summen ausgeben müssen, für meine Projekte (und die sind auch noch Flexibler).......

    Des weiteren beziehen viele Menschen im internet ihre informationen von "Netzwerken" (Foren, Communities usw.). Hier werden im internet die meisten informationen verbreitet und viele andere branchen haben dies auch schon lange erkannt, und geben News direkt an solche Netzwerke weiter. Da dies sogar ohne internationale Grenzen geschieht, ist man hier klar im Vorteil (zumal man schnell auch die andere Seite der Medaille präsentiert bekommt).
    Jetzt meine große Frage:

    Warum soll ich bei Seiten etwas zahlen, die ich ohne Ausschnitte nicht mal kennen würde (oder wie hier, ohne ZDF)? Warum soll ich für inhalte zahlen, die keinen echten Mehrwert haben (weil sie mir auch jemand erzählen kann, wie bei einer Zeitung ala "wusstest du schon das die, das und jenes getan haben?")

    ich bin durchaus bereit, für inhalte zu zahlen, allerdings nur wenn es sich begründen lässt! (Geldgier ist für mich kein Grund). Und bei folgenden Gründen würden das sicher auch sehr viele Nutzer verstehen:
    - Werbefreie Seite (als alternative zum Gratisinhalt -WiCHTiG-)
    - inovationen

  • 09.11.2010, 09:48 UhrAnonymer Benutzer: Bjoern Habegger

    Wieder einmal. Wieder einmal ist die Zeit der "Gratis-Kultur" im internet abgelaufen. Kann nicht mal jemand die Anzahl dieser Schlagzeilen zählen? Alle Jahre wieder.
    Es scheint, als würden die klassischen Holzmedien in einem letzten kollektiven Sturm versuchen, Meinungen zu bilden in dem man so tut, als wären veröffentlichte Phantasien, Tatsachen.
    Absurd.

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