Medienkonzerne
Konjunktur bremst Bertelsmann aus

Der Medienkonzern Bertelsmann spürt deutlich die Eintrübung der Konjunktur: Deutschlands Branchenprimus erwartet einen Gewinneinbruch. Bertelsmann-Chef Hartmut Ostrowski muss nach knapp einem Jahr im Amt feststellen, dass sein Konzern mit dem organischem Wachstum nur mühsam vorankommt.

DÜSSELDORF. Bertelsmann kann sich dem Abschwung im Zuge der weltweiten Finanzkrise nicht länger entziehen. Europas größter Medienkonzern erwartet für dieses Jahr einen Gewinneinbruch von bis zehn Prozent. „Das Operating Ebit wird vor dem Hintergrund der gedämpften Konjunkturaussichten fünf bis zehn Prozent unter Vorjahr liegen“, kündigte Finanzvorstand Thomas Rabe gestern überraschend an. Damit korrigiert der Gütersloher Konzern seine bisherige Prognose. Noch im August bei der Vorlage der Halbjahresbilanz versprach Rabe ein operatives Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von „leicht unter dem vergleichbaren Vorjahreswert“.

Der weltweite Konjunkturabschwung bremst Bertelsmann zunehmend aus. Das operative Ebit sank nach Unternehmensangaben in den ersten neun Monaten um zehn Prozent auf 926 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum 1,03 Mrd.). Der Konzernumsatz in den ersten drei Quartal sank leicht. Die Erlöse gingen um 0,7 Prozent auf 11,4 Mrd. Euro (Vorjahreszeitraum 11,5 Mrd.) zurück.

Für Konzernchef Hartmut Ostrowski ist die Finanzkrise und ihre Auswirkungen auf Druck, Logistik, Fernsehen, Radio, Buch und Zeitschriften bitter. Denn von seinen ursprünglichen Zielen ist der Westfale derzeit meilenweit entfernt. Bei seinem Amtsantritt vor rund einem Jahr hat der frühere Chef der Druck- und Logistiktochter Arvato der Eigentümerfamilie Mohn viel versprochen. Bis 2015 will Ostrowski die Erlöse auf über 30 Mrd. Euro steigern. Den operativen Gewinn (Ebit) will er bis dahin von 1,88 Mrd. Euro im vergangenen Jahr auf über drei Mrd. Euro nahezu verdoppeln.

Auch mit dem organischen Wachstum kommt Ostrowski nur mühsam voran. In den ersten neun Monaten lag die organische Wachstumsrate nach Bertelsmann-Angaben gerade bei 1,6 Prozent. Bis 2015 will er ein jährliches organisches Umsatzwachstum von vier Prozent erreichen. Dieses Ziel beteuerte der 50-Jährige im Sommer nochmals.

p>Mit seinen enttäuschenden Zahlen ist Bertelsmann in der Medienbranche nicht allein. Auch der weltgrößte Medienkonzern Time Warner hat seine Prognosen für das Gesamtjahr nach unten korrigiert. Durch die Restrukturierung der Verlagstochter Time Inc. würden im vierten Quartal zusätzliche Aufwendungen in dreistelliger Millionenhöhe anfallen. Im dritten Quartal fiel der Gewinn von 1,09 auf 1,07 Mrd. Dollar. Die Erlöse stagnierten mit 11,7 Mrd. Dollar auf Vorjahresniveau.

Auch News Corp. warnte kürzlich vor einem Rückgang des operativen Gewinns von über zehn Prozent. Der Medienkonzern von Rupert Murdoch verdiente im vergangenen Quartal fast 30 Prozent weniger. Der Gewinn sank auf 515 Mio. Dollar, obwohl die Erlöse mehr als sechs Prozent auf 7,51 Mrd. Dollar wuchsen. Allein der deutsche Bezahlsender Premiere brachte News Corp. durch Abschreibungen Verluste von 447 Mio. Dollar ein.

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