Medienmacher
Bayern München kauft wieder ein

Ein Redakteur der SZ wird neuer Lobbyist für Bayern München. Und „Stern“-Chef Krug veranstaltete mit der „Gala“ Partys in dem Restaurant, in dem seine Frau Geschäftsführerin ist. Was die Medienbranche bewegt.
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HamburgDiesen Montag wird der ehemalige Journalist Christopher Keil, der sein komplettes bisheriges Berufsleben bei der „Süddeutschen Zeitung (SZ)“ verbrachte, in die Dienste der FC Bayern München AG treten. Ehemaligen Kollegen erzählte er, bei den Bayern werde er sich um „gesellschaftliche Themen“ kümmern. Im Umfeld des Fußballbundesligisten ist davon die Rede, der 52-Jährige sei künftig für „Public Affairs“ verantwortlich und berichte direkt an den Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge.

Public Affairs?  Wer in großen Unternehmen diesen Bereich verantwortet, ist in der Regel Cheflobbyist. Mit einem Umsatz von zuletzt 528 Millionen Euro sind die Bayern zweifelsohne kein kleines Unternehmen. Keil, so heißt es im Umfeld des Vereins, soll es in seinem Job auch mit der Politik zu tun bekommen. Zudem habe sein Verantwortungsbereich, der neu geschaffen wird, nichts mit dem von Medien-Direktor Markus Hörwick zu tun, der einst von „Bild“ zu den Bayern kam.

Wie die Bayern gerade auf Keil gekommen sind, ist nur auf den ersten Blick rätselhaft. Als Redakteur arbeitete er bei der „SZ“ zuletzt für das Investigativ-Ressort unter der Leitung des glühenden Borussia-Dortmund-Fans Hans Leyendecker und sollte ursprünglich dieser Tage als zweiter Mann hinter Reymer Klüver in das Seite-Zwei-Ressort wechseln. Deutlicher wird Keils Nähe zum Klub von der Säbener Straße, wenn man seine beruflichen Anfänge kennt. Er begann seine Karriere bei der „SZ“ 1987 als freier Mitarbeiter im Sportressort. Dort war Keil, der 1993 Redakteur wurde, auch für die Berichterstattung über den deutschen Rekordmeister zuständig. Der Kontakt zu den Bayern riss nicht ab, als er 1999 zur Medienseite der „SZ“ wechselte, die er später auch leitete. So kickte der Journalist in einem Freizeitteam, in dem auch Bayern-Altstars gegen den Ball traten.

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Ein klein wenig untergegangen ist diese Woche der Ausstieg von Gruner + Jahr bei Tausendkind, dem Berliner Onlineshop für Baby- und Kinderartikel. Das Zeitschriftenhaus nutzte eine neue Finanzierungsrunde des Unternehmens, um seine Anteile in Höhe von 25,1 Prozent zu versilbern. Stattdessen stellen nun Investoren wie Iris Capital, Capnamic Ventures, die „Rheinische Post“ oder MGO Digital Ventures – der Beteiligungsarm der Mediengruppe Oberfranken – Tausendkind einen hohen einstelligen Millionen-Euro-Betrag zur Verfügung.

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„Die Beteiligung ist ein Meilenstein“

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