Medienmacher
Bye, bye, Baumwall

Gruner + Jahr will weg vom Hamburger Hafen. Beim WDR hätte man den Flop von „Gottschalk Live“ wohl ahnen können. Und der Gründer des Kunstmagazins „Monopol“ schreibt für die Konkurrenz.
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HamburgBei Gruner + Jahr („Stern“, „Geo“) stehen die Zeichen auf Umzug. Wie es in politischen Kreisen in Hamburg heißt, unterstützt der Senat das Zeitschriftenhaus bei der Suche nach einem neuen Standort. „Wir stehen mit Gruner + Jahr in intensiven Gesprächen“, sagt eine mit dem Vorgang vertraute Person. Auch in Verlagskreisen ist hinter vorgehaltener Hand zu hören, der Abschied vom Verlagshaus am Hamburger Baumwall sei beschlossene Sache. Offiziell allerdings mag Gruner + Jahr das nicht bestätigen. Man prüfe zwar die Möglichkeit eines Umzugs, eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen, sagt ein Verlagssprecher.

Das Zeitschriftenhaus war 1990 von der Hamburger Außenalster an den Baumwall gezogen. Gekauft hat der Verlag das eigens für ihn errichtete Haus allerdings erst vor knapp fünf Jahren. Damals hieß es, der Preis sei sehr günstig gewesen. Angesichts des boomenden Hamburger Immobilienmarkts dürfte der markante Bau am Hamburger Hafen heute weitaus mehr wert sein als noch 2010. Ein Verkauf der Immobilie könnte Gruner + Jahr geschätzt 180 Millionen Euro in die Kassen spülen. Würde das Zeitschriftenhaus am Baumwall bleiben, müsste es dagegen Geld in die Hand nehmen: Nach 25 Jahren müssen IT- und Klimatechnik erneuert werden. Zudem will Gruner + Jahr neue Großraumbüros schaffen.

Wohin das Zeitschriftenhaus ziehen wird, ist unklar. Als möglicher neuer G+J-Standort  wird zwar  immer wieder das schleswig-holsteinische Norderstedt genannt, das im Norden der Hansestadt an Hamburg grenzt. Ein Umzug dorthin gilt jedoch als ausgeschlossen. Zwar hat der Verlag offenbar nichts dagegen, dass auch über Standorte außerhalb Hamburgs spekuliert wird, weil so der Druck auf den Senat erhöht werden könnte, ihm attraktive Standorte innerhalb der Stadtgrenzen anzubieten. Aber daran, Hamburg zu verlassen, denkt in der Chefetage von Gruner + Jahr niemand.

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In seiner Auseinandersetzung mit dem WDR um Thomas Gottschalks gefloppte ARD-VorabendshowGottschalk live“ hat der Dokumentarfilmer-Verband AG DOK noch einmal nachgelegt. Der Entertainer hatte, wie der Verband anhand eines Letter of Intent belegen konnte, für nicht produzierte Folgen der Mitte 2012 eingestellten Show ein Ausfallhonorar in Höhe von 2,3 Millionen Euro kassiert.

In einem neuen Schreiben stellt der AG DOK-Vorsitzende Thomas Frickel WDR-Intendant Tom Buhrow nun Fragen zu einer Emnid-Umfrage, die der WDR-Programmplanung und dem WDR-Controlling vor dem Start von „Gottschalk live“ vorgelegen habe. Frickel will wissen, ob es zutreffend sei, dass 39 Prozent der Befragten erklärt hätten, die Show „wahrscheinlich nicht“ oder „bestimmt nicht“ ansehen zu wollen. Als Grund dafür hätten sie „in erster Linie“ ihre „Ablehnung des Moderators Thomas Gottschalk“ angegeben.

Basierend  auf dieser Untersuchung aber auch aufgrund der Erfahrungen in anderen europäischen Ländern habe das WDR-Controlling vor dem Vorabend-Talk gewarnt: „Aus den Analysen unserer Vorabend-Sendungen wissen wir, dass Gespräche besonders bei jüngeren Zuschauer oft auf wenig Interesse stoßen“, sollen die Kontrolleure des Senders geschrieben haben. Frickel will nun nicht nur wissen, ob das Zitat authentisch ist. Er fragt auch, wie es sein könne, dass vor dem Hintergrund der Umfrage und der Einschätzung des WDR-Controlling „eine derart hohe Summe in einen derart schlecht verhandelten Vertrag investiert wurde“. Gottschalks Moderationshonorar lag bei insgesamt 4,6 Millionen Euro.

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