Medienmacher
Der „Spiegel“ regionalisiert sich

Ein Burda-Manager nimmt Abschied. Ein Nachrichtenmagazin plant neue Projekte in Print und Digital. Und Hamburgs Olympiabefürworter müssen auf Radiospots verzichten.
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HamburgGemeinhin wird die Hubert Burda Media mit dem Standort München in Verbindung gebracht. Dort sitzt der Vorstand des Unternehmens. Hier erscheinen die „Bunte“, „Elle“ und „Harper‘s Bazaar“. Die Digitalaktivitäten des Medienkonzerns sind in der bayerischen Medienhauptstadt gebündelt. Und auch die Redaktion des Nachrichtenmagazins „Focus“ hat in München noch ihren Sitz, obwohl die meisten Redakteure demnächst nach Berlin umziehen müssen.

Bei alldem gerät mitunter in Vergessenheit, dass in Offenburg, dem badischen Städtchen, in dem das Medienhaus einst gegründet wurde, nach wie vor rund 50 Magazine erscheinen. Blätter wie die „Freizeitrevue“, „Mein schöner Garten“, „Lisa“ oder „Neue Woche“ sind nicht unbedingt die glamourösesten im Burda-Reich. Sie zählen aber zu den ergebnisstärksten. Insofern gilt Reinhold G. Hubert, der die Geschäfte in Offenburg verantwortet und vor über 20 Jahren von der Bauer-Tochter VPM kam, als einer der wichtigsten Manager des süddeutschen Medienkonzerns. Deshalb ist es für Burda höchst bedauerlich, dass Hubert zum Jahreswechsel die Geschäftsführung in Offenburg niederlegen will.

Was die Motive des Mannes sind, der sich selbstironisch und in Abgrenzung zu Verleger Hubert Burda „armer Hubert“ nennt, ist ungewiss. Zwar ist er bereits 62 Jahre alt. Aber für Manager ist das kein Alter. Porsche-Chef Matthias Müller etwa, der als heißester Kandidat für die Nachfolge von VW-Chef Martin Winterkorn gilt, ist nicht jünger. Hubert wird wohl auch gar nicht in Ruhestand gehen. Wie es in Unternehmenskreisen heißt, soll er Burda in anderer Funktion erhalten bleiben. Welche das sein soll, ist unklar. Auch der Name seines Nachfolgers ist unbekannt. Bei Burda mag man sich offiziell nicht zu der Personalie äußern.

***

Ziemlich viele Baustellen gibt es derzeit beim „Spiegel“. So plant das Nachrichtenmagazin, wie es in Verlagskreisen heißt, die Einführung regionaler Seiten. Das Büro in Nordrhein-Westfalen macht wohl den Vorreiter. Es soll bereits erste Testseiten produziert haben. Im Großen und Ganzen wird das vom Verlag auch bestätigt: „Man prüfe „zurzeit unterschiedliche Optionen für regionale Seiten“, sagt ein Sprecher. In den Startlöchern steht das Portal Bento, das sich an junge Zielgruppen richtet. Ursprünglich war hier eine Kooperation mit dem ähnlich positionierten Schweizer Portal Watson vorgesehen.

Wie man sich im Verlagshaus auf der Hamburger Ericusspitze erzählt, nahm man von diesem Vorhaben Abstand, als die Rechtsabteilung entdeckte, dass die Schweizer gar nicht die Rechte an dem Titel Watson halten. Der gehört dem amerikanischen IT-Unternehmen IBM. Es betreibt das Computersystem Watson, das wiederum nach dem langjährigen IBM-CEO Thomas J. Watson benannt wurde. Nach Angaben des „Spiegel“-Sprechers habe man sich mit dem Schweizer Portal über das neue Projekt „ausgetauscht und dann entschieden, mit Bento ein neues journalistisches Angebot in eigener Regie zu entwickeln“.

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Kein „Feuer und Flamme“ im Radio

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