Medienmacher
Die DFL lässt Games entwickeln

Wie Liga und Clubs Fußballfans Computerspiele schmackhaft machen. Warum zwei Zeitungshäuser enger aneinanderrücken. Und was so alles in der „Welt“-Sonderausgabe anlässlich des 70. Geburtstags von Stefan Aust steht.
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HamburgDie Zeit drängt ein wenig. Mit der Partie Bayern MünchenWerder Bremen beginnt am 26. August die neue Spielzeit der Fußball-Bundesliga. Schon mehrere Wochen vor Saisonbeginn soll auf Bundesliga.de, dem Online-Portal der Deutschen Fußball Liga (DFL), ein neues Tippspiel installiert werden. Auch ein ebenfalls neues Managerspiel wartet auf seine Freischaltung.

Dies wäre an sich nicht weiter der Rede wert. Doch die beiden Spiele sind so etwas wie der Startschuss für den Aufbau eines Game-Channels auf Bundesliga.de. Wie es im Umfeld des Ligaverbands heißt, soll der DFL dabei das Bochumer Software-Unternehmen Neopoly zur Hand gehen. Offiziell mag sich die Interessenvertretung der Bundesligavereine dazu nicht äußern.

Bisher ist das Games-Angebot auf Bundesliga.de höchst übersichtlich. Außer einer Verlinkung zur Virtuellen Bundesliga gibt es dort praktisch nichts. Die vom Uhrenherstelle TAG Heuer gesponserte elektronische Variante des deutschen Fußball-Oberhauses ist ein erfolgreiches Beispiel für die auch hierzulande boomende eSport-Szene. Sie basiert auf dem Spiel Fifa 16 aus dem Hause EA Sports. Die DFL ist dabei nur Lizenzgeber. Ganz offenbar will die Liga nun mehr.

Auch die Clubs der DFL haben erkannt, dass Games und Fußball zusammenpassen: Bereits Mitte 2015 gründete der VfL Wolfsburg ein Team für das Fifa-16-Spiel. Bayern München und die TSG Hoffenheim sondieren den Markt. Am weitesten ist Schalke 04. Die Gelsenkirchener verfügen inzwischen nicht nur über ein eigenes Fifa-16-Team, sondern auch über eines für das Spiel League of Legends, das mit Fußball rein gar nichts zu tun hat. Es spielt in der europäischen League of Legends Championship Series. Damit nicht genug: Die Schalker wollen nun auch in ein Team für das ebenfalls fußballfremde Game Dota 2 investieren.

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Die Zeitungsgruppe Madsack („Hannoversche Allgemeine Zeitung“, „Leipziger Volkszeitung“), und die DuMont Mediengruppe („Kölner Stadt-Anzeiger“, „Berliner Zeitung“) rücken enger zusammen. DuMont wird Partner der Madsack-Tochter Webfit, die – vom Inhalt bis zur Technik – Unternehmen ein Komplettpaket für die Erstellung professioneller Online-Portale anbietet. Man prüfe derzeit „den Einsatz der Software“, sagt ein DuMont-Sprecher auf Anfrage. Der Anfang soll offenbar kommenden Monat am Standort Köln sowie in Halle gemacht werden, wo der Verlag die „Mitteldeutsche Zeitung“ herausgibt. Sollte sich Webfit dort bewähren ist auch ein Einsatz in Berlin und Hamburg denkbar, wo DuMont die „Hamburger Morgenpost“ verlegt.

Bereits weiter fortgeschritten ist die Zusammenarbeit beider Zeitungshäuser bei Anzeigen- und Vertriebssystemen. DuMont will seine Systeme auf das von einst von der Lufthansa Industry Solution entwickelte VI&VA umstellen, zu dem die Madsack-Tochter Gutenberg Rechenzentrum eine cloud-basierte Lösung anbietet. Seit Herbst 2015 läuft dazu ein Projekt. Die cloud-basierte Madsack-Variante soll, wie der DuMont-Sprecher bestätigt, noch dieses Jahr am Standort Halle implementiert werden. In Branchenkreisen wirft das Fragen auf. Wie zuletzt das „Manager Magazin“ berichtete, ist die Essener Funke-Mediengruppe („WAZ“, „Hamburger Abendblatt“) an einem Einstieg bei Dumont beziehungsweise an der Übernahme von Titeln des Wettbewerbers interessiert. Die Essener verwenden jedoch ein gänzlich anderes Anzeigen- und Vertriebssystem. Nicht ganz uninteressant dürfte in diesem Zusammenhang sein, dass Madsack ebenfalls ein Auge auf DuMont geworfen haben soll.

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