Medienmacher: Die KEF hat ein Herz für Programm-Macher

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Die KEF hat ein Herz für Programm-Macher

Wo die Finanzkontrolleure der Öffentlich-Rechtlichen nicht sparen wollen. Was Georg Kofler mit schminkwütigen jungen Mädchen zu tun hat. Und wer so alles für die Geschäftsführung der „Spiegel“-Mitarbeiter KG kandidiert.
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HamburgRecht schwer tut sich die ARD offenbar damit, die Kommission für die Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) von der Notwendigkeit zusätzlicher Mittel für die Beitragsperiode von 2017 bis 2020 zu überzeugen. Laut eines Berichts des „Spiegel“ würde die KEF den monatlichen Rundfunkbeitrag am liebsten um 30 Cent senken, was hieße, dass die Sender nicht mehr sondern weniger Geld bekommen.

Nicht sparen will die Kommission aber offenbar beim Programm: Wie es in Senderkreisen heißt, hat die KEF die von der ARD beantragte Steigerung ihres Programm-Etats von jährlich 700 Millionen Euro um 2,3 Prozent nur moderat auf 2,1 Prozent korrigiert. Anstandslos durchgewinkt haben die Prüfer demnach die mit dem neuen Eckpunkte-Papier über fairere Vertragsbedingungen mit TV-Produzenten verbundenen Ausgaben.

Die Vereinbarung, die am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde, dürfte die Situation deutscher Produktionsfirmen deutlich verbessern. Allerdings verursacht sie bei der ARD zusätzliche Kosten in von 50 Millionen Euro pro Jahr. KEF-Geschäftsführer Tim Schönborn mochte sich mit Rücksicht auf das noch laufende Prüfverfahren nicht äußern.

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Im März 2015 war an dieser Stelle von den Plänen des ehemaligen Pro-Sieben- und Premiere-Chefs Georg Kofler zu lesen, den es zurück ins Mediengeschäft zieht. Er arbeitete damals zusammen mit den Gesellschaftern der Berliner TV-Produktionsfirma Def Media, Jörg Hoppe und Christoph Post, an einer neuen Multichannel-Plattform. Solche Plattformen bauen Youtube-Stars wie etwa LeFloid auf und vermarkten sie.

Die Planungen sind nun abgeschlossen. Das Projekt namens „Glow“ startet am Samstag mit einer Veranstaltung, der sogenannten Glow Convention, in Bochum. Die 4500 Karten für das Event sind seit Wochen ausverkauft. Zielgruppe sind in erster Linie junge Mädchen, weshalb die Glow-Stars – auf der Website der Plattform www.glowcon.de sind 42 aufgeführt – vor allem für Beauty- und Kosmetikprodukte vermarktet werden.

Pünktlich zum Start des Projekts hat einer von ihnen, die Stuttgarterin Lamiya Slimani, ihre erste Single veröffentlicht, die passenderweise den Titel „Glow“ trägt. Sie soll, wie es im Umfeld der Plattform heißt, nach Vorbestellungen auf Platz eins der iTunes-Charts gestürmt sein. TV-Partner des Projekts ist Sixx, der Frauenkanal von Pro Sieben Sat 1. Auch mit Studio 71, dem Multichannel-Network des Münchner Medienhauses, arbeitet Glow zusammen.

Hinter der Plattform steht die Berliner Firma NVC, ein Akronym für New Video Commerce, die auch eine Niederlassung in London hat. Als Hauptgesellschafter hält Koflers Leico Holding 45 Prozent der Anteile. Auf Hoppe und Post entfallen zusammen 40 Prozent. Mit von der Partie ist zudem Koflers Schwager Holger Hansen, der jüngere Bruder seiner Frau Christiane zu Salm, dem 15 Prozent von NVC gehören. Hansen, der mit Kofler schon beim Shoppingsender HSE und bei Premiere, dem heutigen Sky Deutschland, zusammenarbeitete, ist gemeinsam mit Hoppe auch Geschäftsführer der Firma. Bei der Tochtergesellschaft NVC Conventions, die für Veranstaltungen verantwortlich ist – eine weitere wird es am 14. Mai in Stuttgart geben –, firmiert Hansen als alleiniger Geschäftsführer.

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