Medienmacher
Eine Druckerei am seidenen Faden

Ein Zeitungsverlag gibt einer seiner Druckbetriebe eine Bewährungsfrist. Eine Nachrichtensprecherin setzt sich bei ihrem Sender mit Karacho in die Nesseln. Und ein Vorstand eines großen deutschen Medienhauses erfährt eine Aufwertung.
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HamburgDie Sache schien schon so gut wie entschieden. Nach Angaben aus Unternehmenskreisen lag Anfang des Jahres dem Vorstand des Kölner Zeitungshauses M. DuMont Schauberg („Kölner Stadt-Anzeiger“, „Berliner Zeitung“) eine Untersuchung vor, die empfahl die verlagseigene Druckerei in der Domstadt zu schließen. Der Betrieb arbeitet defizitär. Seine Auslastung soll irgendwo zwischen 30 und 50 Prozent liegen. Ein Grund dafür ist, dass es keine Fremdaufträge gibt. Gedruckt werden nur die hauseigenen Titel „Stadt-Anzeiger“, „Kölnische Rundschau“ und „Express“ sowie ein ebenfalls im Verlag erscheinendes Anzeigenblatt. Zudem hat das Zeitungshaus 2014 den Druckauftrag für eine Teilauflage von 80.000 bis 90.000 Exemplaren von „Stadt-Anzeiger“ und „Rundschau“ an die in Monschau ansässige Firma Weiss Druck vergeben.

Zu einer Schließung der Kölner Druckerei konnte sich der Vorstand überraschenderweise dennoch nicht durchringen. Das lag wohl vor allem an Bernd Preuße, dem Chef der neu gebildeten Drucksparte, der seit 1. Februar im Amt ist. Er plädierte dafür, ein neues Konzept wenn zu entwickeln, mit dem man das Druckhaus in die schwarzen Zahlen führen könne. Diesem Wunsch hat der Vorstand entsprochen. Das Konzept trägt den Titel „DuMont Druck Köln 2018“ und soll bis Juli vorliegen. Vorgesehen ist neben der Akquise von Fremdaufträgen auch die Optimierung aller Arbeitsabläufe.

Gerettet ist die Druckerei aber noch nicht. Sollte der Vorstand Preußes Konzept ablehnen, droht wohl abermals die Schließung. Und auch wenn die Pläne des Druckchefs abgesegnet werden, die Druckerei nach drei Jahren aber immer noch unprofitabel ist, könnte es für ihre etwa 270 Mitarbeiter sehr eng werden. Ein Verlagssprecher sagt, man sei dabei, ein „Entwicklungskonzept für die Zukunft“ zu erstellen. Dabei gebe es „unterschiedliche Überlegungen“.
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Für erhebliche Unruhe unter NDR-Mitarbeitern hat ein Werbeauftritt von „Tagesschau“-Sprecherin Judith Rakers für den Bulettenbrater McDonald’s Ende März gesorgt. ARD-aktuell, das „Tagesschau“ und „Tagesthemen“ produziert, ist beim NDR angesiedelt. Für McDonald’s hatte Rakers die Wiedereröffnung einer Vorzeige-Filiale im Frankfurter Flughafen moderiert. Gegenüber Bild.de gab sie brav zu Protokoll, sie „stehe auf fette Burger mit Pommes“. Zudem erklärte sie einem „Bild“-Video-Reporter sie sei gekommen, „weil ich gebucht worden bin“. Das Filmchen steht mittlerweile nicht mehr auf Bild.de.

Nachtrag: Das Video, das Judith Rakers bei der McDonald's-Veranstaltung zeigt, steht mittlerweile wieder auf Bild.de – und zwar genau hier.

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Eine Druckerei am seidenen Faden

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ARD wusste von Werbeauftritt

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