Medienmacher
Eine Lose-Lose-Situation

Die meisten Anzeigenverkäufer des Hamburger Abendblatts behalten ihre Jobs – anders als die Kollegen von Funkes Anzeigenblättern. Und: Wie es nach der Ankündigung von vier Verlagen den VDZ verlassen zu wollen weitergeht.
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HamburgKommenden Montag wird Ove Saffe, der Geschäftsführer des zur Funke Mediengruppe gehörenden „Hamburger Abendblatts“, auf einer Betriebsversammlung der Zeitung seinen Mitarbeitern erklären, wie er sich die Ausgliederung der Anzeigenabteilung vorstellt, über die diese Kolumne als erste berichtet hatte.

Die gute Nachricht für die Anzeigenverkäufer: Es wird Verlagskreisen zufolge einen Betriebsübergang auf die neugegründete Gesellschaft Mediahafen Hamburg geben. Keiner von ihnen wird sich dort neu bewerben müssen. Allerdings werden nicht alle 62 Mitarbeiter übernommen. Eine niedrige einstellige Zahl von Stellen soll sozialverträglich abgebaut werden. Von den Mitarbeitern mit befristeten Arbeitsverträgen werden wohl einige gehalten werden, allerdings nicht alle.

Mediahafen Hamburg wird auch den Anzeigenverkauf von Funkes Hamburger Anzeigenblättern übernehmen, wie aus Verlagskreisen zu hören ist. Für deren Mitarbeiter stellt sich die Situation allerdings komplett anders dar als für ihre Kollegen vom „Abendblatt“. Für sie gibt es keinen Betriebsübergang. Sie werden alle gekündigt. Die meisten von ihnen sollen jedoch ein Angebot der neuen Gesellschaft erhalten. Anzeigenblatt-Chef Dennis Rößler hat seinen neuen Arbeitsplatz aber bereits sicher. Er wird gemeinsam mit dem bisherigen Anzeigenleiter des Abendblatts Dirk Seidel CEO von Mediahafen Hamburg. Zu der neuen Gesellschaft sollen auch alle – es sind etwa vier bis fünf – Anzeigenverkäufer der „Bergedorfer Zeitung“ stoßen, die ebenfalls Funke gehört.

Mediahafen Hamburg wird auch für externe Auftraggeber arbeiten. Zudem ist vorgesehen, Werbekunden je nach Jahresumsatz in die Kategorien A bis D einzugruppieren. A-Kunden können mit einer höchst intensiven Betreuung rechnen, zu D-Kunden wird wohl nur telefonisch Kontakt gehalten. Eine Segmentierung der Anzeigenkunden nach Umsatz soll es, wie es in Verlagskreisen heißt, beim „Abendblatt“ bisher nicht gegeben haben. Ein Funke-Sprecher wollte sich auf Anfrage nicht zu Details der geplanten Ausgründung äußern.

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