Medienmacher: „Fußball Bild” vor bundesweitem Launch

Medienmacher
„Fußball Bild” vor bundesweitem Launch

Axel Springers Fußball-Blatt mit fünfstelliger Auflage im Testgebiet. Stefan Aust ohne TV-Film zum Konrad-Heiden-Buch. Funke-Blätter mit neuen Veranstaltungskalendern. Und der NDR noch ohne komplette Online-Rechte am ESC-Vorentscheid.
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HamburgWenn von einer Zeitung oder einer Zeitschrift mehr als 75 Prozent der gedruckten Auflage ins Altpapier wandert, weil sie sich nicht verkaufen ließ, ist das normalerweise alles andere als ein Erfolg. Etwas anders liegen die Dinge im Fall von Axel Springers neuer täglicher Sportzeitung „Fußball Bild“. Das Medienhaus testet das Blatt derzeit in München und Stuttgart. 60.000 Exemplare werden täglich von „Fußball Bild“ gedruckt, das seit dem 26. August, dem Beginn der neuen Bundesligasaison, an den Kiosken im Testgebiet liegt. Wie es in Unternehmenskreisen heißt, lag die verkaufte Auflage zunächst bei nur 7.000 Exemplaren. Das lag wohl im Wesentlichen daran, dass in Baden-Württemberg die Sommerferien erst am 10. September und die in Bayern erst am 12. September endeten.

Mittlerweile soll sich die verkaufte Auflage des Blattes im fünfstelligen Bereich bewegen. Nach Angaben von Wettbewerbern, die das neue Springer-Angebot mit Argusaugen beobachten, gehen von „Fußball Bild“ bis zu 20.000 Exemplare über den Ladentisch. Gemessen an der Druckauflage ist das zwar immer noch nicht viel, für Springer allerdings mehr als genug: Wie es in dem Medienhaus hinter vorgehaltener Hand heißt, müsste die Fußballzeitung bundesweit eine Auflage von 100.000 verkauften Exemplaren erzielen, um profitabel zu sein. Da auf München und Stuttgart in etwa neun Prozent des Vertriebsgebiets der großen Schwester „Bild“-Zeitung entfallen, sollten im Testgebiet bereits 9.000 verkaufte Exemplare der „Fußball Bild“ genügen, um einen bundesweiten Rollout ins Auge zu fassen. Diese Marke hat das Blatt bereits deutlich übertroffen.

Dem Vernehmen nach will der Vorstand im November über einen bundesweiten Start entscheiden. Sollte der Daumen nach oben gehen, könnte es mit Beginn der Bundesliga-Rückrunde am 27. Januar 2017 losgehen. Ob der bundeweite Rollout dann sofort oder wegen womöglich noch nicht verfügbarer Druckkapazitäten schrittweise erfolgen würde, ist noch unklar.

Sollte Springer „Fußball Bild“ tatsächlich in ganz Deutschland herausbringen, würde dem Verlag etwas gelingen, was bisher als unmöglich galt. Zwar gibt es in romanischen Ländern erfolgreiche Fußball- und Sporttageszeitungen wie etwa „Marca“ (Spanien), „L’Équipe“ (Frankreich) oder die „Gazzetta dello Sport“ (Italien). In Medienkreisen war man sich bisher aber sicher, dass solche Blätter in Ländern nicht funktionieren könnten, in denen Boulevardzeitungen wie die „Bild“ oder die britische „Sun“ erscheinen. Tatsächlich scheiterten bisher alle Versuche, hierzulande eine tägliche Sportzeitung herauszubringen. Dass Springer nun mit „Fußball Bild“ Erfolg haben könnte, dürfte vor allem daran liegen, dass der Titel sehr günstig in der Produktion ist. Bis auf einige wenige Exklusivgeschichten enthält das Blatt im Wesentlichen die Fußball-Berichte der jeweiligen Regionalausgaben sowie der Online-Angebote von „Bild“.

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Was Stefan Austs TV-Film über Konrad Heiden im Wege steht

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