Medienmacher
Georg Kofler will es noch einmal wissen

Ein altgedienter Medienmanager plant sein Comeback und das renommierte französische Modemagazin „L’Officiel“ hat bei seinem geplanten Deutschland-Start jede Menge Probleme zu bewältigen. Was die Medienbranche bewegt.
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HamburgZuletzt war es ein wenig still geworden um Georg Kofler – zumindest in der Medienbranche. Der Mann, der einst für Leo Kirch den Fernsehsender Pro Sieben aufbaute und nach der Insolvenz der Kirch-Gruppe die Pay-TV-Plattform Premiere, die heute Sky Deutschland heißt, vor der Pleite rettete, ist nun mit seiner Kofler Energies AG in der Energie-Industrie unterwegs. Auch ein Unternehmen des metallverarbeitenden Gewerbes gehört zu seinem Portfolio.

Doch die Medien scheinen dem gebürtigen Südtiroler zu fehlen. Vergangenen Herbst hieß es, Kofler stünde vor dem Einstieg bei dem Streamingdienst Watchever. Daraus wurde nichts. Aber nun will es der Manager in seiner alten Branche noch einmal wissen. Er arbeitet zusammen mit der Berliner TV-Produktionsgesellschaft Def Media an einer neuen Multichannel Plattform. Solche Plattformen bauen Youtube-Stars wie etwa die Comedy-Truppen Y-Titty oder Apecrime auf und vermarkten sie. Als Marktführer in diesem Segment gilt die Münchner Mediakraft, der zuletzt aber mehrere erfolgreiche Akteure von der Fahne gingen.

Ein Sprecher Koflers bestätigt, dass der 57-Jährige sich zusammen mit Def Media mit dem Thema Multichannel Networks beschäftigt. „Eine Unternehmensgruppe ist im Aufbau“, sagt er. In sie werden Koflers Partner ihr Knowhow in der Vermarktung von Youtube-Stars einbringen. Def Media hat die drei Geschwister Sami, Lamiya und Dounia Slimani auf Youtube groß herausgebracht. Sami Slimani ist mittlerweile auch Moderator beim Musiksender Viva. Hinter Def Media stehen mit Jörg Hoppe und Christoph Post altgediente Fernsehleute. Sie gründeten 1991 die Produktionsfirma MME („Bravo TV“, „Bauer sucht Frau“), die Keimzelle der späteren MME Moviement, die heute dem britischen Produktionsriesen All3Media gehört.

Die Planungen für das neue Multichannel Network stecken offenbar noch in einem sehr frühen Stadium. Ein Starttermin ist noch nicht bekannt. Begleitet werden soll das Projekt von einer Zeitschrift, in der sich alles um Youtube-Stars drehen soll. Auch das passt ins Bild. Zu Gedrucktem hat Kofler seit jeher eine große Affinität. Zu seinen Zeiten bei Premiere ließ er für den Sender eine Programmzeitschrift entwickeln, die ursprünglich „TV Komplett“ heißen sollte. Weil dieser Titel dem Hamburger Bauer Verlag gehörte, nannte er das Magazin kurzentschlossen „TV Kofler“.

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Schwierige Deutschland-Expansion

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