Medienmacher
Mehr Kapital für DuMont

Ein Zeitungshaus ändert seine Struktur und bittet die Gesellschafter zur Kasse. Die langjährige Pressechefin einer großen Unternehmensberatung schließt sich einer PR-Agentur an. Und eine Druckerei bangt um Aufträge.
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HamburgDas Kölner Medienhaus DuMont („Kölner Stadt-Anzeiger“, „Berliner Zeitung“) hat seine Konzernstruktur verändert und sich eine Kapitalerhöhung genehmigt. Bisher standen hinter dem Unternehmen mit der M. DuMont Schauberg GmbH & Co. KG sowie der Sagittarius Verwaltungs- und Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG zwei Parallelgesellschaften. Nun wird M. DuMont Schauberg von der Sagittarius übernommen. Das geht aus einem auf den 12. August 2016 datierten Verschmelzungsvertrag hervor. Als „Verschmelzungsstichtag“ gilt rückwirkend der 1. Januar 2016.

Im Zuge der Verschmelzung ändert die Sagittarius ihren Namen in DuMont Mediengruppe GmbH & Co. KG. Als DuMont Mediengruppe firmiert das Haus allerdings schon seit September 2015. Der Schweizer Ableger der Agentur Jung von Matt erneuerte damals den Schriftzug und das aus Stern, Pfeil und Bogen – dem Sagittarius, also dem Sternkreiszeichen des Schützen – bestehende Logo der Gruppe. Offenbar wurde damals die nun erfolgte Strukturveränderung zumindest in der Außendarstellung vorweggenommen.

Die Strukturveränderung selbst könnte mit dem Tod des Unternehmenspatriarchen Alfred Neven Du Mont zu tun haben, der am 30. Mai 2015 starb. An der Tektonik der Gruppe ändert sich grundsätzlich aber nichts: Wie bereits bei ihren Vorgängergesellschaften entfallen jeweils 50 Prozent der Anteile auf die Familienstämme Brüder Kurt – dem Vater von Alfred – und August Neven DuMont.

Ein Unternehmenssprecher begründet den nun erfolgten Schritt mit einer „Vereinfachung der Konzernstruktur sowie der Umstellung der Rechnungslegung auf HGB“. Das „Manager Magazin“ hatte bereits im Mai von entsprechenden Plänen des DuMont-Vorstands berichtet: Wenn man nach HGB statt nach dem internationalen Standard IFRS bilanziere, „ließen sich stille Reserven heben“. Zudem müssten Beteiligungen nicht mehr nach Marktpreisen bewertet werden.

Verbunden mit der Verschmelzung ist eine Kapitalerhöhung um 94,8 Millionen Euro. Davon werden 21 Millionen Euro auf die „Erhöhung des Festkapitals“ verwendet. Weitere 54,4 Millionen Euro werden in eine „für die Kommanditisten gebildete, gesamthänderisch gebundene Rücklage eingestellt“. Mit den verbleibenden 19,4 Millionen Euro müssen schließlich „Verlustvortragskonten“ der M. DuMont Schauberg GmbH & Co. KG ausgeglichen werden.

„In der Vergangenheit hat es unterschiedliche Sonderbelastungen aus Restrukturierung und Bereinigungen gegeben, darunter sind unter anderem Beträge, die in Zusammenhang mit der ,Frankfurter Rundschau‘ stehen“, sagt der Unternehmenssprecher. Das mittlerweile an die „FAZ“ weitergereichten Blatt musste 2012 Insolvenz anmelden. Seine Verluste sollen sich in der Zeit, als es mehrheitlich noch DuMont gehörte, auf mehr als 100 Millionen Euro summiert haben.

Für die DuMont-Gesellschafter sind schlechte Nachrichten nichts Neues: Der jetzigen Kapitalerhöhung gingen seit 2010 zwei weitere voraus, die zusammen 60 Millionen Euro brachten. Zudem gewährten die Anteilseigner dem Unternehmen Darlehen in Höhe von 40 Millionen Euro.

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Bei der Roland Berger GmbH gehört Susanne Horstmann fast schon zum Inventar. Seit September 2000 leitet sie die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Münchener Unternehmensberatung. Davor arbeitete sie dort bereits als Pressereferentin. Nun aber verlässt die erfahrene Pressesprecherin Roland Berger. Ab Oktober wird sie in Diensten der einst vom ehemaligen „Bild“-Chefredakteur Hans-Hermann Tiedje gegründeten Berliner Agenturgruppe WMP Eurocom stehen. Horstmann soll für die Strippenzieher keine Pressestelle aufbauen. Sie wird vielmehr als Managing Director im Münchener WMP-Büro wirken.

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