Medienmacher: Noch ein Beiratsposten für Helmut Markwort

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Noch ein Beiratsposten für Helmut Markwort

Der „Focus“-Gründer beteiligt sich an Uplink. Pro Sieben Sat 1 findet – trotz Verbot – Wege zur Ausstrahlung regionaler Werbung. Und Stefan Aust wandelt auf den Pfaden von Rudolf Augstein.

BerlinHelmut Markwort, der Gründer des Nachrichtenmagazins „Focus“, hält auch mehrere Beteiligungen an Radiosendern. Bei Hit Radio FFH mischt er ebenso mit wie bei den Sendern der Studio-Gong-Gruppe. Nun hat der umtriebige Medienunternehmer auch einen Anteil an dem Düsseldorfer Technikdienstleister Uplink erworben.

Das 2013 gegründete Unternehmen darf seit Beginn des Jahres den UKW-Sendernetzbetrieb für Hörfunkprogramme übernehmen. Die Firma, zu deren Gründern der ehemalige Bundespostminister Christian Schwarz-Schilling gehört, der auch Vorsitzender des Unternehmensbeirats ist, will „das Aufbrechen des Monopolmarktes für UKW-Betrieb und die Etablierung von Wettbewerb in … Rundfunkmärkten“ befördern.

Als Monopolisten betrachten die Düsseldorfer das Kölner Unternehmen Media Broadcast, das 2008 aus der Telekom-Tochter T-Systems Media & Broadcast GmbH hervorging und bisher praktisch alle deutschen Sender verbreitete. Uplink kommt nach eigenen Angaben bei privaten Radiosendern auf einen Marktanteil von rund zehn Prozent.

Künftig will auch Markwort dazu beitragen, dass sich dieser Wert erhöht: „Über meine Beteiligungen im Radiomarkt kenne ich die Probleme und Defizite des bisherigen Monopols sehr genau“, sagt er. „Uplink ist ein erfolgreicher Pionier bei der Einführung des Wettbewerbs im Markt für Sendedienstleistungen, und ich möchte nun gerne helfen, diesen Weg konsequent weiterzugehen.“

Dies wird Markwort nicht nur als Gesellschafter tun. Er zieht auch in den Beirat des Unternehmens ein.

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Eigentlich dürfen die Kanäle der Pro Sieben Sat 1 Media SE – ebenso wenig wie alle anderen überregionalen deutschen Fernsehkanäle – keine regionale Werbung senden. Der 18. Rundfunkänderungsstaatsvertrag, der am 1. Januar in Kraft getreten ist, erlaubt dies nur in Ausnahmefällen.

Gegen diese Vorschrift, mit der regionale Radiosender und Zeitungsverlage geschützt werden sollen, hat Pro Sieben Sat 1 Verfassungsklage erhoben. Dennoch verzichtet die Senderfamilie nicht komplett darauf, regionalen Werbetreibenden ihre Dienste anzubieten.

Möglich macht das zum einen das Telemediengesetz, das für digitale Dienste gilt. Es kennt kein Verbot regionaler Werbung. Also hat Seven One Media, die Werbetochter von Pro Sieben Sat 1, ein Format namens Adressable Ads entwickelt, das mit einem ganz normalen Spot, beispielsweise für Opel, beginnt. Dann folgt eine digital eingespielte Einblendung, die dem Zuschauer verrät, wo er in seiner Stadt den nächste Opel-Händlern findet.

Möglich ist das bei Fernehern im digitalen HbbTV-Standard, von denen es zehn Millionen in deutschen Haushalten geben soll.

Zudem zeigen die Kanäle des TV-Konzerns auch auf herkömmlichem Weg regionale Spots – allerdings bundesweit. Das ergibt zwar sehr große Streuverluste. Aber Pro Sieben Sat.1 entschädigt regionale Werbekunden mit großzügigen Rabatten. Wie lange die Sendergruppe das durchhalten will, ist unklar. Die Verfassungsklage kann sich, so sie denn angenommen wird, ewig hinziehen.

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