Medienmacher
Pro Sieben Sat 1 beschwert sich über Amazon

Ein TV-Konzern wehrt sich gegen ein wohl unzulässiges Angebot. Leo Kirchs Witwe hat sich unbemerkt aus den Medien zurückgezogen. Und ein DFL-Manager schlägt womöglich bei einem Interessenten an den Bundeliga-Rechten auf.

HamburgIm Markt der Videoportale ist das Angebot des Online-Händlers Amazon so manchem Wettbewerber ein Dorn im Auge. Das hat vor allem damit zu tun, dass es konkurrenzlos günstig ist. Amazon Video ist für 49 Euro im Jahr zu haben. Das sind runtergebrochen auf den Monat nur 4,08 Euro. Konkurrenzangebote wie Netflix oder Maxdome kosten monatlich mindestens 7,99 Euro, also fast doppelt so viel.

Dass Amazon seine Filme und Serien zu einem so geringen Preis unters Volk bringt, liegt wohl daran, dass die Online-Videoplattform des Konzerns vor allem ein Instrument zur Kundenbindung beziehungsweise Kundengewinnung des Premium-Lieferdienstes Prime ist. Amazon Video gibt es – ebenso wie über eine Million Songs im Streaming – zum Prime-Service obendrauf, der Amazon-Kunden eine besonders schnelle Lieferung garantiert.

Die Frage ist, ob ein solches Angebot rechtens ist. Beim Pro Sieben Sat 1 ist man der Ansicht, dass es da ein gewaltiges Problem gibt. Der TV-Konzern aus Unterföhring bei München, der die Plattform Maxdome betreibt, sieht in der Verbindung von Prime und Amazon Video ein unzulässiges Koppelungsangebot. Offiziell lehnt das Unternehmen zwar jede Stellungnahme ab, doch in Branchenkreisen heißt es, Pro Sieben Sat 1 sei bereits beim Bundeskartellamt in der Sache vorstellig geworden. Formell habe man zwar noch keine Beschwerde gegen das Geschäftsgebaren des Wettbewerbers eingelegt. Das sei aber nur eine Frage der Zeit.

Es ist keineswegs ausgeschlossen, dass Amazon weitere Zugaben für seinen Prime-Dienst plant. Im Zusammenhang mit der Ausschreibung der Fußball-Bundesliga-Rechte ab der Saison 2017/18 kursiert das Szenario, der Online-Händler könnte das Paket D erwerben, dass das Samstagsabend-Spiel mit der Anstoßzeit 18:30 Uhr enthält, um es seinen Prime-Kunden als Dreingabe anzubieten. In den USA erhalten Kunden des Premium-Dienstes die „Washington Post“, die Amazon-Gründer Jeff Bezos gehört, ein halbes Jahr umsonst und können sie danach zu einem verbilligten Preis beziehen.

Die lange Kündigungsfrist von einem Jahr, bei der Konkurrenz kann man sich bereits nach einem Monat wieder verabschieden, ist bisher der einzige große Nachteil den Amazon Video gegenüber seinen Wettbewerbern hat. In den USA ist Amazon im Begriff, diesen Nachteil zu eliminieren. Am Montag kündigte der Konzern ein neues Preismodell an, das es seinen Kunden ermöglichen soll, für die Monatsgebühr von 8,99 Dollar Filme und Serien von Amazon Video zu beziehen. Das populärste US-Angebot des Wettbewerbers Netflix ist einen Euro teurer.

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Eine interessante Personalie

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