Medienmacher: Software mit einer Fehlerquote von nur vier Prozent

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Entertainer Gottschalk macht in Journalismus

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Software mit einer Fehlerquote von nur vier Prozent

In Zeiten von Pegida und AfD werden Hassbotschaften im Internet ein immer brennenderes Thema – und das nicht nur für soziale Netzwerke wie Facebook. Online-Angebote von Zeitungen, Zeitschriften und Sendern sowie originäre digitale Nachrichtenseiten haben häufig Kommentarfunktionen unter ihren Artikeln. Und auch hier wächst die Zahl justitiabler Kommentare, für die in der Vergangenheit nicht nur deren Urheber, sondern auch die Plattformen zur Verantwortung gezogen wurden, auf denen sie stehen.

Für Redaktionen ist das ein heikles Problem, für das es bisher nur zwei Lösungen gab: Entweder entfernen Redakteure Hasskommentare von Hand oder die Kommentarfunktion wird bei brisanten Themen – wie etwa Geschichten über Israel oder Flüchtlinge – schlicht und einfach geschlossen. Befriedigend ist beides nicht. Der Einsatz von Redakteuren bindet wertvolle Arbeitskraft und die Schließung der Kommentarfunktion verhindert den Dialog mit dem Leser, der gerade in digitalen Zeiten ungeheuer wichtig ist.

„Welt Online“ setzt neuerdings auf ein Programm, das fragwürdige Kommentare herausfiltert. Nach Angaben eines Unternehmenssprechers wurde die Software auf Basis von 8,5 Millionen Kommentaren aus den letzten fünf Jahren programmiert. Das System lerne ständig dazu und werde weiterentwickelt. Es erkenne auf Grundlage bestimmter Wörter und Zeichensetzungsmuster Kommentare, „die eindeutig gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen“. Nur in vier Prozent der Fälle liege es daneben. So sei es nun möglich „die Kommentarfunktion trotz derzeit stark erhöhtem Kommentarvolumen rund um die Uhr geöffnet zu halten“. Lediglich einige wenige Kommentare, die sich nicht vorsortieren ließen, müssten noch von einem Moderator geprüft werden.

Entwickelt hat das Programm die Firma Ferret Go aus dem brandenburgischen Bernau. Die „Welt“ ist keineswegs die einzige Zeitung, die das Programm verwendet. Insgesamt wird es von sieben Zeitungen eingesetzt. Um welche es sich dabei handelt, mag die Firma nicht verraten. Sie lässt aber durchblicken, dass als erste Redaktion die von Bild.de, dem Online-Ableger der „Bild“-Zeitung, das Programm zum Einsatz brachte. „Bild“ erscheint ebenso wie die „Welt“ im Medienhaus Axel Springer.

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