Medienmacher
Sparen auf der Ericusspitze

Wie der „Spiegel“ sich finanziell und inhaltlich neuen Herausforderungen stellen will. Warum beim Begriff „Säuberung“ Vorsicht geboten ist. Und weshalb ein Zeitungsdeal im Hessischen nicht so recht vorankommt.
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Der „Spiegel“ hat schon deutlich bessere Tage gesehen. In der Vergangenheit hatten  die Gesellschafter des Nachrichtenmagazins kein glückliches Händchen bei der Besetzung der Chefredaktion. An den Verwerfungen, die es in der Ära des Ende 2014 ausgeschiedenen Chefredakteurs Wolfgang Büchner gegeben hat, laboriert das Redaktion im Verlagshaus auf der Hamburger Ericusspitze noch heute.

Die Verzahnung von Print und Online lässt nach wie vor auf sich warten. Besonders erschreckend ist aber der wirtschaftliche Niedergang des einstigen Sturmgeschützes der Demokratie. 2014 sank der Umsatz, der noch 2007 bei 352,5 Millionen Euro gelegen hatte, auf 282 Millionen Euro. Ertragszahlen gibt der Spiegel-Verlag nicht bekannt.

Folglich muss gespart werden. „Spiegel“-Geschäftsführer Thomas Hass, der erst seit Februar im Amt ist, soll schon seit Wochen an einem Sparprogramm arbeiten. Dem Vernehmen nach soll es um jährliche Einsparungen in Höhe eines zweistelligen Millionen-Euro-Betrags gehen. Genaueres ist schwer in Erfahrung zu bringen. In Verlagskreisen kursieren Beträge zwischen 20 Millionen und 80 Millionen Euro.

Gespart werden soll offenbar vor allem in den Verlagsabteilungen. Aber auch die Redaktion ist wohl nicht tabu. Eine Verlagssprecherin spricht nicht von einem Spar-, sondern von „einem Wachstumsprogramm“. Dabei müsse der Spiegel-Verlag „auch auf seine Kosten achten“. Er müsse „sich immer wieder in allen Bereichen anpassen und modernisieren, um sein solides wirtschaftliches Fundament [...] sichern zu können“.

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Höchst unerfreulich für den „Spiegel“ ist  auch, dass ihm der Rechercheverbund von NDR, WDR und „Süddeutscher Zeitung (SZ)“, der pikanterweise vom ehemaligen „Spiegel“-Chefredakteur Georg Mascolo geleitet wird, bei investigativen Geschichten den Rang abgelaufen hat.

Nun steuert das Blatt gegen: Seit kurzem wird im Impressum des Nachrichtenmagazins eine neue Abteilung namens „Koordination Investigativ“ ausgewiesen. Ihr gehören die Henri-Nannen-Preisträger Jürgen Dahlkamp und Jörg Schmitt an. Auf Chefredakteursebene ist „Spiegel“-Vizechef Alfred Weinzierl verantwortlich. Er will die neue Einheit weder als Recherchepool noch als Investigativressort verstanden wissen: „Nichts wäre falscher.“ Vielmehr würden er und seine zwei Kollegen ressortübergreifende investigative Recherchen koordinieren. Die Idee dazu habe Chefredakteur Klaus Brinkbäumer gehabt.

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Sparen auf der Ericusspitze

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Kein Rechercheverbund

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