Medienmeldungen
Freenet-Chef schaut sich Talkline an

Der Telekomdienstleister Freenet erwägt laut mehrerer Medienmeldungen einen Zusammenschluss seines Mobilfunkgeschäfts mit dem Wettbewerber Talkline. Laut Branchenkreisen hat das erst kürzlich mit Mobilcom fusionierte Unternehmen auch noch einen zweiten Mitbewerber im Auge.

HB HAMBURG. Vorstandschef Eckhard Spoerr habe Interesse an einem Kauf Talkline bekundet, erfuhren die Finanz-Nachrichtenagenturen dpa-AFX und Reuters am Freitag aus Branchenkreisen. In die Überlegungen sei auch der Stuttgarter Mobilfunkdienstleister Debitel einbezogen, sagten mehrere Personen. Eine andere Person sagte: „Es werden Gespräche geführt, aber es ist noch nichts Konkretes.“ Auch die „Financial Times Deutschland“ hatte über Gespräche zwischen Freenet und Talkline berichtet.

Talkline und Debitel werden von Finanzinvestoren kontrolliert, die Kreisen zufolge offen für einen Verkauf sind. Keine der Gesellschaften wollte allerdings Stellung zu den Berichten beziehen. Der Vorstandschef des an Freenet beteiligten Mobilfunkdienstleisters Drillisch, Paschalis Choulidis, sagte, er wisse nichts von Plänen für eine Allianz.

Eine mit den Vorgängen bei Freenet vertraute Person sagte indes, Vorstandschef Spoerr habe dem Aufsichtsrat von „Akquisitionsgesprächen“ bereits berichtet. Offen ist, wie ein solches Bündnis aussehen könnte. Wegen der Holdingstruktur von Freenet wäre eine Aufspaltung des Unternehmens nicht nötig, hieß es. Unter dem Dach der Freenet AG werden der Mobilfunk-Serviceprovider und das Internet-Geschäft separat geführt.

Homm verlangt Zerschlagung

Mit einem Zusammenschluss könnte Spoerr sein Mobilfunkgeschäft stärken, das auf Grund des harten Preiskampfes unter Druck steht. Freenet wie auch Talkline und Debitel betreiben kein eigenes Handy-Netz, sondern treten für T-Mobile, Vodafone, E-Plus und O2 als Zwischenhändler von Mobilfunkverträgen auf.

Eine Zerschlagung des eigenen Unternehmens, wie von Hedge-Fonds-Manager Florian Homm jüngst gefordert, hatte Spoerr aber abgelehnt. Der Internet-Anbieter Freenet war erst vor kurzem mit dem Mobilfunkdienstleister Mobilcom zur Freenet AG verschmolzen. Homm hatte am Mittwoch gesagt, jeder Teilbereich von Freenet sei für Investoren interessant. Er hält 3 Prozent an Freenet und hat angekündigt, den Anteil auf mehr als 5 Prozent erhöhen zu wollen.

Die mögliche Fusion von Freenet und Talkline wird an der Börse positiv gesehen. Ein Zusammenschluss mit dem Talkline-Bestand von 3,7 Mill. Mobilfunk-Kunden würde nicht nur den Marktanteil erhöhen, sondern eröffne gleichzeitig Einsparungspotenzial auf der Kostenseite, sagte ein Marktteilnehmer.

Über ein mögliches Zusammengehen von Mobilcom und Debitel war in der Vergangenheit mehrfach spekuliert worden. Für wahrscheinlicher galt in der Branche lange, dass sich Debitel mit Talkline zusammentun. Realisiert wurden solche Überlegungen nie.

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