Medion fordert Herausgabe des Aktienpaketes
Gericom findet am Medion-Einstieg keinen Gefallen mehr

Zwischen Medion und Hermann Oberlehner, dem Vorstandschef und Großaktionär von Gericom, ist es zu einem handfesten Krach gekommen. Damit scheint auch der Einstieg des Essener Elektronikgroßhändlers beim Notebookhersteller Gericom auf der Kippe zu stehen.

HB DÜSSELDORF/WIEN. Oberlehner verweigert nach Angaben von Medion die Herausgabe des Aktienpakets von 24,9 %, zu dessen Verkauf er sich im März verpflichtet hatte. Das Essener Unternehmen kündigte eine Klage gegen Oberlehners Beteiligungsgesellschaft auf Herausgabe der Gericom-Anteile an.

„Der eigentlich logische Schritt stellt sich inzwischen als ein großer Nachteil für Gericom heraus“, sagte Gericom-Aufsichtsratschef Stefan Pierer am Freitag in Linz der Nachrichtenagentur Reuters. Lieferanten und Kunden von Gericom seien wegen des Einstiegs von Medion extrem verunsichert, wozu die Essener selbst beigetragen hätten. Zudem brauche Gericom die Finanzspritze nicht mehr. Medion-Finanzvorstand Christian Eigen sagte, sein Unternehmen sei an der vereinbarten Koperation weiter interessiert.

Der Einstieg von Medion galt im März als letzte Rettung für Gericom. „Ich hätte den Weg zum Masseverwalter antreten müssen“, sagte Oberlehner damals.

Der Gericom-Aufsichtsratschef sagte, Oberlehner fühle sich „in den Irrtum geführt“. Aus Oberlehners Sicht sei Medion beim Verkauf vereinbarten Bedingungen nicht nachgekommen. Dagegen hält Medion einer Mitteilung zufolge ihre Verpflichtungen für voll erfüllt. „Es gibt einen rechtsgültigen Vertrag, bei dem wir unseren Teil erfüllt haben,“ sagte der Medion-Finanzchef. Pierer sagte, der Streit zwischen den beiden Aktionären müsse vor einem Schiedsgericht geklärt werden. Das dauere in der Regel aber 14 bis 16 Monate. Oberlehner hielt vor dem Anteilsverkauf mehr als 60 % an Gericom, danach sollte sein Anteil auf rund 40 % sinken.

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