Medizintechnik: Philips droht neuer Ärger in den USA

Medizintechnik
Philips droht neuer Ärger in den USA

Philips hat im vergangenen Jahr sein Ergebnis dank der Gesundheits- und Medizintechnik um weit über 100 Prozent gesteigert. Allerdings hat der Siemens-Rivale aus den Niederlanden neue Probleme in den USA.
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AmsterdamDer Medizintechnikkonzern Philips hat abermals in den USA ein gravierendes Problem. Der niederländische Siemens-Rivale liegt mit den amerikanischen Behörden wegen angeblicher Qualitätsmängel von Defibrillatoren über Kreuz, wie er am Dienstag einräumte. Die Geräte werden in der Notfallmedizin und in Kliniken eingesetzt, um die Herzfunktion von Patienten mittels Stromstoß wiederzubeleben. „Wir führen derzeit zivilrechtliche Diskussionen mit dem Justizministerium im Auftrag der Medizintechnikaufsicht, die auf Überprüfungen aus dem Jahr 2015 und davor zurückgehen“, erklärte Vorstandschef Frans van Houten. Erst vor rund fünf Jahren hatte Philips Defibrillatoren in den USA zurückrufen müssen.

„Die Gespräche sind noch nicht abgeschlossen, wir gehen aber für das Geschäft von nennenswerten Auswirkungen aus“, sagte der Konzernchef. Zuletzt habe Philips mit den Geräten einen Umsatz von rund 300 Millionen Euro gemacht, der Gesamtkonzern kam 2016 auf Einnahmen von 24,5 Milliarden Euro. „Ich will damit klarmachen, dass der Vorfall keinen deutlich sichtbaren Einfluss auf unser Gesamtergebnis 2017 haben wird“, erklärte van Houten.

Nach einem soliden Schlussquartal 2016 bekräftigte er seine Ziele für das laufende Jahr. Der Umsatz soll demnach um vier bis sechs Prozent zulegen. Im Vorjahr hatte Philips seine Einnahmen um drei Prozent nach oben geschraubt, der Nettogewinn hat sich auf 1,5 Milliarden Euro mehr als verdoppelt. Die Niederländer konzentrieren sich seit einiger Zeit auf die Medizintechnik und Körperpflegegeräte wie elektrische Zahnbürsten und Rasierer. Die Unterhaltungselektronik haben sie bereits vor Jahren verkauft, die Lichttechnik im vergangenen Jahr abgespalten. In der Medizintechnik konkurriert Philips auch mit Siemens, ist aber bei weitem nicht so profitabel wie die Münchner, die im Laufe des Jahres diese Sparte an die Börse bringen wollen.

Philips hatte in den USA bereits vor knapp fünf Jahren 700.000 Defibrillatoren wegen des Verdachts auf Funktionsausfälle zurückgerufen. Allerdings habe es keine Berichte über Fehler der insgesamt 1,5 Millionen verkauften Geräte in den USA bisher gegeben. In einem anderen Fall hatte die US-Regierung den Konzern gezwungen, sein Tomographenwerk in Cleveland 2014 zu schließen, weil sich das Unternehmen angeblich nicht an die örtlichen Qualitätsregeln gehalten hat. Philips erholte sich nur langsam davon und erreichte erst im Folgejahr die volle Produktionskapazität vor Ort wieder. Die Gewinne litten in den Folgejahren und die Renditen kommen erst wieder langsam an das einstige Niveau heran.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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