Mega-Rückruf belastet Japaner
Nicht nur Dell verbaute fehlerhafte Sony-Akkus

Der japanische Elektronikkonzern Sony rechnet noch an den finanziellen Folgen des Mega-Rückrufs. Neben Dell wurden immerhin auch andere Computerhersteller beliefert.

bas TOKIO. Der Millionen-Rückruf der Dell-Computer mit Sony-Batterien kommt für Sony alles andere als gelegen. Das Batteriegeschäft, vor allem das mit Lithium-Ion-Batterien, ist ein profitabler Wachstumssektor. Und nun gerade hier eine Baustelle mehr. Im Produktionsprozess im japanischen Werk seien „unter bestimmten Bedingungen“ Metallpartikel in kritische Bereiche der Batteriezellen gekommen, die für die Akkus der Dell-Computer benutzt würden, sagte Sony-Sprecher Takashi Uehara. Dabei geht es um Batterien, die zwischen Anfang 2004 und Februar 2006 produziert wurden. Die Metallpartikel können im Extremfall zu einem Kurzschluss sorgen, der Akku Feuer fangen.

Sony lieferte diese Batteriezellen nicht nur an Dell, sondern auch an andere Hersteller. An wen genau, darüber schweigt das Unternehmen aber ebenso wie über die Zahl der insgesamt in den gut zwei Jahren hergestellten Akkuzellen, die möglicherweise Metallpartikel enthalten. Die finanziellen Auswirkungen untersucht Sony gerade. „Wir sind im Endstadium des Prüfungsprozesses“, sagte Uehara.

Unter anderem muss Sony klären, mit wie viel die Japaner sich an Dells Rückrufkosten für die 4,1 Notebooks beteiligen. Zudem ist unklar, ob auch andere Computerhersteller zu Rückrufen gezwungen sind. Sony zufolge entsteht das Kurzschlußrisiko erst durch das Zusammenspiel des Dell-Ladegeräts mit den Sony-Akkus. Die gleichen Akkuzellen würden zum Beispiel ohne Probleme auch in einigen Sony-Notebooks der Marke Vaio benutzt, sagte Uehara.

Der Markt reagierte zunächst gelassen. Sony-Aktien sanken in Tokio bei schwachem Handel um 0,4 Prozent und damit nur wenig stärker als der Gesamtmarkt. Analyst Masahiro Ono von Morgan Stanley sieht nur begrenzte Auswirkungen. Sony ist zwar nach Sanyo Electric der weltweit zweitgrößte Anbieter von Lithium-Ion-Zellen. Doch das gesamte Batteriegeschäft ist am Sony-Konzernumsatz gemessen relativ klein. Obwohl die Gewinnmarge bei Batterien höher läge als in anderen Bereichen, habe das Batteriegeschäft im vergangenen Geschäftsjahr nur fünf Prozent des operativen Umsatzes von 191 Mrd. Yen (1,3 Mrd. Euro) ausgemacht.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%