Megafusion in der Software-Branche
Oracle schluckt Siebel

Der US-Software-Riese Oracle wird den heimischen Konkurrenten Siebel Systems für annähernd 6 Milliarden Dollar übernehmen. Das bringt den deutschen Branchenprimus SAP ins Schwitzen.

HB PHILADELPHIA. Oracle bezifferte das Volumen des Geschäfts am Montag auf 5,85 Milliarden Dollar. Oracle blättert nach Abzug der liquiden Siebel-Mittel von 2,24 Milliarden Dollar insgesamt 3,61 Milliarden Dollar hin. Die Transaktion solle Anfang 2006 abgeschlossen sein. Das Siebel-Board habe für die Übernahme gestimmt. Für das Votum der Siebel-Aktionäre werde eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen. Die Zustimmung der Oracle-Aktionäre sei nicht erforderlich. Mit der Übernahme steige Oracle zum weltgrößten Hersteller von Kundenmanagement-Software auf.

Oracle bezahle 10,66 Dollar je Aktie in bar, teilte Konzern am Montag mit. Der Preis beinhaltet damit einen Aufschlag von 16,75 Prozent auf den Schlusskurs der Siebel-Aktie am Freitag von 9,13 Dollar. Die Transaktion solle Anfang 2006 abgeschlossen sein. Siebel-Aktien zogen kurz nach Bekanntwerden der Übernahmepläne vorbörslich um mehr als 13 Prozent auf 10,33 Dollar an. Die Papiere von Oracle gaben dagegen um 2,7 Prozent nach.

Siebel Systems mit Sitz im kalifornischen San Mateo gilt seit längerem als Übernahmekandidat, für den sich auch Oracle schon vor einiger Zeit interessiert gezeigt hatte. SAP dagegen hatte mitgeteilt, nicht an einem Kauf interessiert zu sein. Ende der 90er Jahre zählte Siebel Systems zu den Top-Unternehmen des Silicon Valley. In den vergangenen Jahren bekam die Firma den zunehmenden Wettbewerb in der Branche aber deutlich zu spüren. Im zweiten Quartal hatte Siebel einen Umsatz von 313,6 Millionen Dollar erwirtschaftet, wegen Personalabbaus aber ein Minus von 50 Millionen Dollar ausgewiesen.

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