Mehr Digitalwerbung
Grey geht eigenen Online-Weg

Die Agenturgruppe Grey G2 setzt sich ehrgeizige Ziele: Im kommenden Jahr will sie um acht bis zehn Prozent an Umsatz zulegen, das wäre in etwa doppelt so viel wie der prognostizierte Branchenzuwachs. Im Digitalgeschäft solle der Agenturumsatz sogar um 22 Prozent steigen, kündigte Gruppenchef Uli Veigel am Dienstag in Düsseldorf an.
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DÜSSELDORF. Konkrete Zahlen nennt die Agentur aufgrund von Holdingvorgaben nicht. Zur Grey G2 Group gehören neben der Kernagentur Grey Worldwide die G2-Gruppe sowie kleinere Agenturen wie Atletico, Gramm, Dorland und Frey G2.

Veigels Optimismus fußt auf der weltweiten Dynamik, die zurzeit durch die Werbemärkte geht. So prognostiziert die Mediaagentur Zenith-Optimedia für die nächsten drei Jahre ein stetes Wachstum, das zwischen jährlich 4,6 Prozent und 5,2 Prozent liegt.

Mit dem abgelaufenen Jahr zeigte sich Veigel zufrieden. Der Umsatz sei "stabil geblieben", sagte er. Allerdings: Wenn er die geschlossenen oder dekonsolidierten Agenturen Michael Vagedes, Klautzsch & Grey, Grey & Wolff und Grey Schweiz berücksichtigt, ergebe sich ein Umsatzminus von fünf Prozent. Die Portfoliobereinigung, die bereits 2009 begonnen wurde, sei notwendig gewesen, betonte Veigel.

Analog zu dieser Entwicklung hat sich die Zahl der Grey-Mitarbeiter im vergangenen Jahr von 725 auf 620 verringert. Gleichzeitig sucht die Agenturgruppe aber Hände ringend Fachkräfte, wie sie sagt. Aber: In fast keiner der Jobbeschreibungen fehlt das Wort "digital". Digitale Werbung der Gruppe machen inzwischen rund 20 Prozent des Umsatzes aus.

Riskante Mehrmarkenstrategie

Die Grey-Werber, die große Marken wie Allianz, Karstadt und Deichmann betreuen, setzen für die Zukunft auf ein Mehrmarkenmodell: Neben der Werbeagentur Grey soll die Kommunikationsagentur G2 als zweites großes Network in Deutschland unter der Führung von Stefan Knieß aufgebaut werden. Damit geht Grey einen gänzlich anderen Weg als beispielsweise die großen Wettbewerber BBDO und DDB: Beide Agenturen haben in diesem Jahr die Verschmelzung mit ihren jeweiligen Onlinetöchtern bekanntgegeben. G2-Chef Knieß verteidigt indes seine Strategie: "Eine Integration wäre bei uns nicht sinnvoll, unsere Unternehmenskulturen sind absolut unterschiedlich."

Doch die Mehrmarkenstrategie ist nicht ohne Risiko: "Die spannende Frage wird sein: Wie viele Agenturmarken verträgt der deutsche Markt", sagt Oliver Klein, Chef der Beratung Cherrypicker, die werbetreibenden Unternehmen bei der Agenturauswahl hilft.

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  • Aus Sicht von G2/Argonauten ist die 2 Marken-Strategie der Grey G2-Gruppe nicht riskant. Warum soll sich eine erfolgreich aufstrebende Digital-Agentur, deren image erst im Aufbau und noch nicht gefestigt ist von einer Schwester-Agentur markentechnisch vereinnahmen lassen, deren image ins Wanken geraten ist und die mit einem weiteren neuen Management nochmals das versuchen muss, was in den letzten 5 Jahren schon nicht gelungen ist:
    die Verknüpfung von Markenführungs-Expertise mit erfolgreicher Kreation.
    Eine Verschmelzung von zwei Marken ist nur dann nach innen und außen zielführend, wenn aus 1 plus 1 mehr als 2 wird und nicht weniger.

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