Mehr mobile Werbung geplant
E-Plus bremst Internet-Euphorie

Der nach Kunden drittgrößte deutsche Mobilfunknetzbetreiber E-Plus investiert nur selektiv in mobile Datendienste: Das Unternehmen will sein Netz nur in bestimmten Regionen für schnelle mobile Datendienste wie Internet auf dem Handy ausbauen.

DÜSSELDORF. "Die goldene Zukunft der Branche liegt nicht im Datengeschäft", warnte E-Plus-Chef Thorsten Dirks. Voraussetzung für Umsatzsteigerungen mit Daten seien erhebliche Investitionen in das Netz, weil dafür deutlich mehr Kapazitäten benötigt würden als bisher.

Der zur niederländischen KPN gehörende Mobilfunkanbieter dämpft damit hohe Erwartungen der Branche an das Geschäft mit mobilen Inhalten. E-Plus werde nur da ausbauen, wo auch ein großer Teil der Kunden Daten wirklich nachfrage, sagte Dirks. Dies könne E-Plus bereits heute am Verhalten seiner Kunden ablesen. So plant Dirks, den Datenturbo HSDPA - der noch eine Stufe schneller als die teuer ersteigerte Lizenz für den UMTS-Standard ist - vor allem in Universitätsstädten auszubauen. Die Daten des Unternehmens zeigten, dass Studenten weniger reisten als etwa Geschäftsleute, sondern häufig an ihrem Studienort blieben und ihr Handy häufig verwendeten, um Internetanwendungen zu nutzen.

"Für E-Plus ist der selektive Netzausbau genau die richtige Strategie", sagte Diethard Bühler von der Unternehmensberatung Arthur D. Little. "Sie sind vergleichsweise kleiner und haben weniger Kunden, so dass sie durch die hohen Investitionen für eine flächendeckende Aufrüstung ihres Netzes stärker belastet werden."

E-Plus ist mit rund 16 Millionen Kunden der drittgrößte Mobilfunkanbieter in Deutschland. Die beiden Branchengrößen T-Mobile und Vodafone haben mit jeweils rund 35 Mill. Kunden deutlich mehr Kunden und deshalb eine deutlich günstigere Ausgangsposition, um in schnelle Datenanwendungen zu investieren.

Die Branche ist in den vergangenen Jahren zunehmend unter Druck geraten. Der Markt ist gesättigt und die E-Plus-Tochter Simyo hat 2005 einen Preiskampf in der bis dato üppig kassierenden Branche gestartet. Seitdem sind die Minutenpreise jährlich um rund 14 Prozent gefallen und haben auch die Umsätze und Renditen der Netzbetreiber T-Mobile, Vodafone, E-Plus und O2 geschmälert.

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