Mehr Zusatzgeschäfte im Internet
Pro Sieben Sat 1 bangt um Werbeaufschwung

Die Sendergruppe Pro Sieben Sat 1 blickt zweifelnd in die Zukunft. Vorstandschef Guillaume de Posch wollte am Donnerstag keine Prognose abgeben, ob sich die zaghafte Erholung der Werbekonjunktur in der Fernsehbranche fortsetzt.

DÜSSELDORF. Werbevorstand Peter Christmann sagte bei der Vorstellung des neuen Programms in Düsseldorf nur: „Wir wollen unseren Werbemarktanteil steigern.“ Nach einer Studie des Werbeforschungsinstituts Warc soll der TV-Nettowerbemarkt im nächsten Jahr nur um 2,1 Prozent wachsen. Damit wäre Deutschland wieder das Schlusslicht in Europa.

Angesichts der bevorstehenden Mehrwertsteuererhöhung und der steigenden Energiepreise wächst derzeit die Unsicherheit. Auch Konkurrent RTL hält sich derzeit mit einer Vorhersage zum Werbemarkt zurück. Für dieses Jahr erwartet die Sendergruppe (Sat 1, Pro Sieben, Kabel 1, N24, Neun Live) ein Plus von zwei Prozent.

Bei den Zuschauermarktanteilen sieht es derzeit für die Senderfamilie düster aus. Pro Sieben Sat 1 musste im Juni wegen der Fußballweltmeisterschaft herbe Einbußen hinnehmen. Der Gewinnbringer Pro Sieben erreichte nur 5,6 Prozent im Juni. Auch Sat 1 fiel mit 8,2 Prozent unter die Zehn-Prozentgrenze. Um künftig von der labilen Werbekonjunktur unabhängiger zu werden, baut Pro Sieben Sat 1 mit Hochdruck seine Zusatzgeschäfte aus. In diesem Jahr plant der Konzern, zehn Prozent seiner Umsätze durch Quizsendungen, Telefon, Filmverkäufe und digitale Bezahlkanäle zu erzielen.

Am Donnerstag startete der Konzern zusammen mit United Internet ein Video-on-Demand-Angebot. Unter dem Namen „Maxdome“ können Filme und Serien per Computer oder mit einer Zusatz-Box direkt vom Fernseher abgerufen werden. Der Kunde zahlt für einen Hollywood-Film zwischen zwei und fünf Euro. Das Angebot mit weniger als 300 Filmen ist allerdings mehr als überschaubar.

Video-on-Demand ist aber nur ein Baustein. De Posch will mit Aquisitionen die Abhängigkeit vom Werbemarkt reduzieren. „Wir sehen uns zahlreiche Internetaktivitäten an und können uns Zukäufe vorstellen“, sagte der Vertraute des Großaktionärs Haim Saban.

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