Mehr Zuschauer hat nur die RTL Group
Finanzinvestoren kaufen europäischen TV-Riesen SBS

Die Finanzinvestoren Permira und Kohlberg Kravis Roberts & Co. (KKR) zahlen für die Übernahme des Fernseh- und Radiokonzerns SBS Broadcasting knapp 1,7 Mrd. Euro in bar. Zusätzlich zum Kaufpreis übernehmen sie Schulden in Höhe von 170 Mill. Euro

hps/HB DÜSSELDORF. Der Verkaufserlös werde an die Aktionäre ausgeschüttet, teilte das in Luxemburg ansässige TV-Unternehmen SBS mit. Die Aktionäre könnten mit 46 Euro je Anteilsschein rechnen, was einer Prämie von annähernd 16 Prozent entspricht. Bereits im November wird SBS vom Kurszettel verschwinden.

SBS hatte in den vergangenen Jahren eine stürmische Aufwärtsentwicklung genommen. Der Konzern ist hinsichtlich der erreichten Zuschauerzahl in Europa die Nummer zwei hinter der Bertelsmann-Tochter RTL Group; vertreten ist er vor allem in Skandinavien und in den Benelux-Staaten. Der Konzern, der vor zwölf Jahren an die Börse ging, verfügt über 16 werbefinanzierte Fernsehsender, 21 Bezahlprogramme und 11 Radios. Der größte Gesellschafter mit 19 Prozent der Anteile ist John Malone mit seinem US-Medienkonzern Liberty Media. In Deutschland ist Malone mit dem Einkaufssender QVC präsent.

Finanzinvestor Permira hält 23,7 Prozent an dem deutschen Bezahlsender Premiere. Wie der Permira- Partner Gotz Mauser sagte, sollen beide Sender unabhängig bleiben. Für die Zukunft würde sich Permira jedoch freuen, wenn es zu Kooperationen zwischen den Unternehmen kommen würde. Pläne in dieser Hinsicht gebe es jedoch noch keine, erklärte er. Auch eine Zerschlagung von SBS soll es nicht geben. SBS sei gut aufgestellt. Der Kauf werde nicht getätigt, um Synergien zu heben oder Kosten zu sparen. Wachstum sei durch den Start neuer Sender möglich. Und auch Akquisitionen würden von Permira und KKR unterstützt, sagte Mauser.

SBS-Vorstandschef Markus Tellenbach fährt einen ehrgeizigen Expansionskurs. „Unser Interesse konzentriert sich auf mittel- und osteuropäische Länder", sagte der Fernsehmanager, der früher den Bezahlsender Premiere und den Bertelsmann-Kanal Vox leitete, in einem früheren Handelsblatt-Gespräch. Erst im Frühjahr erwarb die Senderfamilie in Rumänien den Sender Prima TV und zwei Radiostationen.

Der Verkauf der Anteile an Permira und KKR muss im Oktober von der außerordentlichen SBS-Hauptversammlung genehmigt werden. Großaktionär John Malone, der über seine Tochter Liberty Global Anteile hält, habe laut SBS bereits grünes Licht gegeben. Auch der Vorstand und der Aufsichtsrat begrüßen den Einstieg der Finanzinvestoren.

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