«Mehrheit der Aktionäre hält Angebot für zu niedrig»
Peoplesoft kämpft weiter

Peoplesoft lehnt trotz der mehrheitlichen Zustimmung seiner Aktionäre zum Übernahmeangebot von Oracle die Offerte nach wie vor ab. Jetzt treffen sich die Kontrahenten erst einmal vor Gericht.

HB BERLIN. Der Verwaltungsrat des US-Softwareherstellers Peoplesoft hat sich auch von der mehrheitlich zustimmenden Haltung seiner Aktionäre zum Übernahmeangebot des Konkurrenten Oracle nicht umstimmen lassen: Am Samstag lehnte das Gremium zum wiederholten Mal die Oracle-Offerte ab.

In der Nacht zu Samstag hatte Oracle mitgeteilt, dem Unternehmen seien mehr als 60 Prozent der Peoplesoft-Anteilsscheine zu dem angebotenen Preis von 24 Dollar je Stück angeboten worden. Daraufhin hatte Oracle sein Angebot bis 31. Dezember verlängert.

Wie Peoplesoft am Samstag mitteilte, hält der Verwaltungsrat das Angebot auch weiterhin für zu niedrig. «Der Rat wiederholte, dass er das Unternehmen nicht unter seinem wahren Wert verkaufen wird und dass der Geschäftsplan des Unternehmens einen besseres Wert für die Aktionäre schafft», hieß es. Das Oracle-Angebot beläuft sich auf insgesamt 9,2 Milliarden Dollar.

Oracle hatte nach Bekanntgabe der Submission seitens der Peoplesoft-Aktionäre den Konkurrenten zu einem baldmöglichsten Treffen aufgefordert, um – wie Oracle-Chef Larry Ellison sagte – die Sache zu einem Abschluss zu bringen. Doch Peoplesoft bleibt auch nach 17 Monaten des Übernahmekampfs offensichtlich stur.

«Zahlreiche Gespräche, die wir in den vergangenen zehn Tagen mit unseren größten Anteilseignern geführt haben», hätten den Verwaltungsrat zu der Überzeugung gebracht, dass die Mehrheit der Aktionäre das Angebot für unangemessen halte, so Peoplesoft. «Diese Mehrheit umfasst Aktionäre, die ihre Anteilsscheine nicht angeboten haben, und Aktionäre, die dies taten, aber uns gesagt haben, dass ihrer Meinung nach Peoplesoft mehr wert sei als 24 Dollar pro Aktie.»

Die beiden Rivalen treffen sich nun als nächstes am Mittwoch vor Gericht: Bislang rückt Peoplesoft nicht von seiner Abwehrmaßnahme, «Giftpille» genannt, ab. Diese sieht vor, den Markt mit einer großen Anzahl neuer Aktien zu überschwemmen, so dass eine Übernahme für Oracle unerschwinglich werden könnte. Oracle hatte in Delaware Klage gegen diese Maßnahme eingereicht. Nun muss das Gericht über die Rechtmäßigkeit der «Giftpille» entscheiden. Experten halten es für unwahrscheinlich, dass das Gericht gegen Peoplesoft urteilen wird.

Damit dürfte alles auf einen «Showdown» im nächsten Frühjahr hinauslaufen, wenn die Übernahmeschlacht bis dahin laufen sollte. Oracle könnte dann nämlich auf der Hauptversammlung von Peoplesoft versuchen, die Unterstützung der Aktionäre für vier Direktoren, die für die Übernahme sind, zu bekommen. Damit wären diese vier Direktoren im siebenköpfigen Peoplesoft-Verwaltungsrat in der Mehrheit.

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